Musik-Check Amy Macdonald - „A Curious Thing“

Vor zwei Jahren schaffte es Amy Macdonald mit ihrem Debüt „This Is The Life“ in die Herzen und Ohren vieler Menschen. „Poison Prince“ oder „Mr. Rock & Roll“ nerven einfach nie. Musik wie aus einem guten Pub. Mit ihrem zweiten Album macht die junge Schottin aus dem verschrobenen Pub – Pop.

„Don’t Tell Me That It’s Over“ schallt es aus dem Lautsprecher. Ein leicht düsterer Mainstream-Rocksong. Die Stimme und Stimmung des Songs, klingen unverkennbar nach Amy Macdonald, doch der Sound ist ein anderer. Ich war jetzt sehr auf das Album gespannt. „Spark“ der zweite Song macht in dem großen Folk-Rock weiter. „No Roots“ fängt ganz zahm an. Da ist wieder Amy aus dem Pub um die Ecke, mit Gitarre und ihrer unverkennbaren Stimme. Doch auch diese ruhige Pub-Nummer bekommt noch ein lautes Rockkostüm übergestülpt.

Fotos: Amy Macdonald 2010

Der Grund für den leichten Soundwandel ist laut Amy das Touren. Live rockt es einfach mehr. Als ich Amy das erste mal in Köln im „Gebäude 9“ gesehen hab, fand ich das alles sehr passend. Folk mit Popeinschlag mit Augen zu, hätte es auch in einem Irish-Pub sein können, toll. Musik fürs Pub, ist leider nur noch sehr selten drauf („My Only One“), allerdings spielt Amy dort auch nicht mehr.

„Next Big Thing“

Das auf Amy viel Druck lasten muss, liest man bei den Texten. „Ich weiß nicht wo ich in 10 Jahren sein werde. (...) Mich interessiert auch nicht das Rampenlicht (...) alles was ich will ist ein normales Leben.” Aus „An Ordinary Life”. Auf “A Curious Thing” verarbeitet Amy die letzten 2 Jahre. Erfolg, Erwartungen, Aufmerksamkeit und Veränderungen. Die sind nicht immer gut, unterm Strich füllt Amys Karriere sie aus. „This life is a curious thing. But I can’t deny the happiness it brings”.



Fazit: Das Unbekümmerte und leichte in der Musik von Amy ist nicht mehr da. Dafür bleibt aber ihre dunkle Art und unverkennbare Stimme. Sie wird auch diesmal wieder im Fanherz hängen bleiben. Wer sich auf weniger Folk und mehr Pop-Rock einstellt, bekommt ein starkes Album. Als Hiddentrack ist noch eine schönes Cover von Springsteens “Dancing In The Dark”, der zeigt das Amy alleine mit Gitarre eigentlich am stärksten ist. “Don’t tell me that it’s over” – Amy don’t worry.

Die Details

A Curious Thing (Quelle: Universal)
 
Label:
Universal
Erschienen am:
12.03.2010

Tracklist: Amy Macdonald - „A Curious Thing“

  1. Don't Tell Me That It's Over
  2. Spark
  3. No Roots
  4. Love Love
  5. An Ordinary Life
  6. Give It All Up
  7. My Only One
  8. This Pretty Face
  9. Troubled Soul
  10. Next Big Thing
  11. Your Time Will Come
  12. What Happiness Means To Me
  13. Dancing In The Dark *Hidden Track: Live Coverversion des Springsteen Hits