Mit seinem ersten Album „DP“ unterstreicht Daniel Powter den positiven Eindruck, den die Single „Bad Day“ hinterlassen hatte.
Daniel Powters musikalische Karriere begann ziemlich steinig. Daniel war als Violinist lange das ungeliebte Kind in der Schule. Bis er auf die grandiose Idee kam, zum Klavier zu wechseln: dass sich dieser Schritt ausgezahlt hat, zeigt sein Debüt-Album. „DP“ strotzt nur so vor schönen Pop-Nummern mit Singer-Songwriter-Qualitäten. Gerade seine reduzierten Songs, bei deinen er als Piano-Man glänzt, fallen besonders überzeugend aus: „Styrofoam“, „Jimmy Gets High“ oder „Lost On The Stoop“. Überraschungen gibt’s auch: so holt er bei „Suspect“ den Funkhammer raus oder spielt zum Schluss mit „Give Me Life“ einen sphärischen Song mit lässiger Slide-Gitarre ein. In eine Schublade lässt sich Daniel Powter jedenfalls nicht stecken. Wer seinen ersten großen Hit „Bad Day“ schon gut fand, wird diese Platte lieben.
„Ich war keiner, von denen, die herumrannten und Mitschüler verprügelten“, erinnert sich Daniel Powter. Immer mit seiner Violine unterwegs hatte er nicht viele Freunde: „Eines Nachmittags, das war nach so einem Talentwettbewerb an der Schule, kamen da wieder ein paar ältere Mitschüler, die mir auflauerten. Ich bin dann mit einem blauen Auge nach Hause und habe angekündigt: Das war’s! Ich mach Schluss damit.“ Damit aber nicht genug: als Legastheniker hatte er außerdem Schwierigkeiten mit der strukturierten klassischen Musik. Das Notenlesen war einfach eine Qual für ihn.
Mitten in den Achtzigern waren Duran Duran und Prince seine Helden. Er stieg von der Violine aufs Klavier um, was sich schnell auszahlte: „Als ich von der Violine auf Klavier umstieg, wurde mir klar, was für eine großartige Sache es ist, mehrere Noten auf einmal spielen zu können: Im Bass, in den Mitten und in den Höhen. Außerdem liebten es die Mädchen. Als ich noch Violine spielte, gingen sie nicht mit mir aus, aber jetzt.“
Da gab es aber noch ein Problem - Daniel und das Publikum: „Live-Auftritte lähmten mich. Ich war Lead-Singer, aber ich musste mit dem Rücken zum Publikum stehen. Ich hatte so einen Horror, ich konnte sie nicht einmal angucken.“ Als er nach ein paar Auftritten aber auch diese Hürde genommen hatte und völlig befreit seine Musik performte, war klar, dass er ab sofort wusste, wofür er bestimmt ist. In Vancouver traf er auf Jeff Dawson, mit dem er sich erst mal zurückzog, um Songs zu schreiben. Die Demos schickten sie an einige Labels raus. Die positive Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und kurze Zeit später nahm Daniel sein erstes Album auf. Und nach „Bad Day“ werden da ganz sicher noch mehr Hits bei rausspringen. Überzeugt hat er jetzt schon die 70 SWR3-Hörer, die in den Genuss seines Aftritts am 28. April kamen. Weiter so, Daniel!