„Battle Studies“, Mayers viertes Album ist wieder relaxed und hat weiche Melodien, die von starken Texten zusammengehalten werden. Endlich, nach mehr als drei Jahren, ist John wieder da. Seine Musik ist nicht laut, hallt aber trotzdem noch lange nach.
John Mayers Auftritt bei der Gedenkzeremonie von Michael Jackson im vergangenen Jahr hat mir in Erinnerung gerufen, was er für ein gefühlvoller Gitarrist ist. „Human Nature“ ohne Gesang, das hatte was. Blues ist Mayers Fundament. Daraus entwickelt er Pop und Mainstream-Rock. „Battle Studies“ macht da keine Ausnahme („Crossroads”). Die erste Single „Hearbreak Warfare“ ist atmosphärisch gelassen und treibend zugleich. Der weiche Sound von Mayers Gitarre ist so zurückhaltend wie durchdringend, keine Ahnung, wie er das immer macht, ist aber auch egal.
Manchmal ist das Album vielleicht zu kitschig, zu glatt, aber
Titel wie „All We Ever Do Is Say Goodbye“ oder „Perfectly Lonely” sagen alles: Liebe ist kompliziert. Mayer kann aber auch nicht ohne („Edge Of Desire“). Im wohl schönsten Song „Who Says” beschreibt Mayer eine Nacht in New York mit kleinen einprägsamen Geschichten: „Ich rief irgendein Mädchen an, das ich noch kannte, vorgegaukelte Liebe für eine Stunde...Ich kann mich nicht entsinnen, dass Du je besser ausgesehen hast und dann
weiß ich plötzlich gar nicht mehr, wer Du bist.“ Dazu nur seine gezupfte Gitarre, großartig. „Assassin“ ist ebenfalls ein kleines Juwel, könnte auch von Maxwell sein, ein schwüler Song über Sex. Neo-Soul trifft auf Blues-Rock und ergibt modernen Gitarren Pop: „You get in, you get done and then you get gone“.Fazit: Weniger Pop würde Mucker freuen, aber nicht umsonst sind alle Europa-Gigs schon vollkommen ausverkauft. Freue mich jetzt schon auf das Spätwerk dieses jungen Gitarristen.