John Mayers Album „Room For Squares“ hat sich in den USA bereits über 2 Millionen mal verkauft. Ideen für seine Songs kommen ihm schon mal in der Badewanne. Thomas Müller mit der CD-Kritik.
Auf den Bildern gleicht John Mayer eher den austauschbaren Soap-Schauspielern als einem kommenden Star in der Musikszene. Der smarte Amerikaner verschafft sich aber nicht nur mit seinem Album „Room For Squares“ (bereits 2 Millionen in den USA verkauft) Respekt, sondern auch mit seinen Blues-Vorbildern (Stevie Ray Vaughan, Buddy Guy, B.B. King). Als er „The Sky Is Crying“, gespielt von Stevie Ray Vaughan, hört, besorgt sich Mayer als Dreizehnjähriger eine Gitarre. Zwei Jahre später steht der Teenager bereits auf der Bühne und 1999 nimmt er sein erstes Album „Inside Wants Out“ auf. Darauf enthalten ist bereits eine Akustik-Version seines ersten US-Hits „No Such Thing“. Als John Mayer im Frühjahr 2000 auf der Musikmesse „South by Southwest“ in Austin, Texas, auftritt, bieten mehrere große Plattenfirmen dem Newcomer einen Vertrag an.
Unter der Regie von John Alagia (Ben Fold Five, Dave Matthews) entsteht noch im gleichen Jahr „Room For Squares“, eine gelungene Mischung aus Pop, Rock und Blues. Das auffälligste Stück der CD ist sicher der Pop-Hit „Your Body Is A Wonderland“. Der Song mit seinem relaxten Sommer-Groove ist perfekt für verliebte, aber wortkarge Männer: „Dein Körper ist ein einziges großes Wunder, und das kann ich nur mit meinen Händen begreifen“. Der Rest des Albums ist längst nicht so glatt. „Back To You“ rockt gut ab, und in „Neon“ erinnert der junge Gitarrist an sein Vorbild Stevie Ray Vaughan. „City Love“ geht musikalisch in Richtung Blues-Rock, während „3X5“ den Country-Sound der Südstaaten aufgreift. John Mayer, der momentan in Atlanta lebt und in Connecticut aufgewachsen ist, ist bereits für 2 Grammies nominiert: In der Kategorie „Best New Artist“ muss er gegen Avril Lavigne oder Norah Jones antreten. Mit seiner Single „Your Body Is A Wonderland“ kandidiert Mayer gegen Sting, Elton John (selbst schon ein großer Fan von John Mayer) und Craig David in der „Best Male Pop Vocal Performance“.