Die „Trailerpark-Amazone“ aus Vermont, in den letzten Wochen medial überpräsent, legt mit „Born To Die“ ihr Debütalbum vor: 12 Songs über verflossene Liebe, Schmerz und Vergänglichkeit.
Elisabeth Grant, so der eigentliche Name der ‚königlichen’ Lana Del Rey, war das bestimmende Thema der letzten Monate. Jedes Lifestyle-Magazin, das auf sich hält, hatte ihre Story, Spiegel, F.A.Z. und Süddeutsche widmeten ihr fette Spalten. Ihr stilisiertes Äußeres eines Film-Vamps der 40er-/50er Jahre (‚Lana Turner’) weckt Vergleiche zu Tarantino-Filmen oder David Lynchs „Twin Peaks“. Aber das ist nicht die ‚wahre’ Lana Del Rey, wie sie selber betont – sondern bloßer Nebeneffekt der ersten beiden Videos „Blue Jeans“ und „Video Games“. Der Clip zu „Born To Die“ wird die Trilogie komplettieren.
Mit Geigen und fettem Orchester schleicht sich der Titelsong ins Ohr, sanft unterlegt von Hip-Hop-Beats. Ja, richtig, ihre Jugendliebe galt dem Rap von Eminem. „Blue Jeans“ und „Summertime Sadness“ haben gar das Zeug zum richtigen Hit; kein Wunder, ist doch Rick Nowels mit am Werk, der schon Belinda Carlisle groß gemacht hat. „National Anthem“ hat die Größe eines Robbie-Williams-Songs, Guy Chambers sei Dank. Daneben sind auch die Produzenten von Duffy und Stevie Nicks am Werkeln, großes Besteck also.
Die Songs sind geeignet, die Hörergemeinde zu spalten – in Anbetung oder totale Verweigerung. Und doch: Talent – egal welcher Couleur – mag man der guten Lana nicht absprechen.