Neben dem Hosen-Hit „Tage wie diese“ präsentieren Linkin Park mit „Burn It Down“ eine der prägnanten EM-Hymnen. Damit sind die Crossover-Rocker im Mainstream angekommen. Dass sie immer noch anders können, zeigt ihr neues Album „Living Things“.
Auch 2012 setzen die Kalifornier auf starke Kontraste – das Konzept der „Hybrid Theory“ stimmt ansatzweise noch immer. Nach dem knallharten Rocker „Victimized“ folgt mit der Ballade „Roads Untraveled“ eine verspielte und hymnische Ballade und daran anschließend mit „Skin To Bone“ ein technoider Song. Wortgewaltig und krachig startet „Until It Breaks“, versöhnlich nur im Refrain. Mit der Hymne „Burn It Down“ holen Linkin Park alle ins Boot. Der erste Hit wird wohl auch der größte des Albums bleiben – kein anderer Song hat solch ein Potential.
Linkin Park experimentieren unter der Regie von Star-Produzent Rick Rubin mit Elektronik-Passagen, wütenden Gitarren, „Schrei-Gesang“ und setzen gefällige moderne Pop-Sounds dagegen, ohne sich zu verleugnen. „Castle Of Glass“ ist so ein Beispiel: sehr harmonisch und doch ein typischer Linkin-Park-Song, genauso wie der starke Album-Opener „Lost In The Echo“ oder das hitverdächtige „In My Remains“. Trotzdem beginnt die metal-orientierte Fan-Base zu diskutieren. Ist die Band in die Jahre gekommen oder hat sie sich positiv weiterentwickelt?