Musik-Check Pearl Jam: „Pearl Jam“

Pearl Jam präsentieren ihr mittlerweile achtes Studioalbum und beweisen, dass sie noch lange nicht ausgerockt haben.

Eins schon mal vorweg: Ich bin Pearl-Jam-Fan und hab mich wie blöde auf ihr neues Album gefreut. Und weil ich was drüber schreiben sollte, durfte ich es mir sogar schon vor der offiziellen Veröffentlichung am 28. April anhören. Für alle, die es eilig haben, fasse ich mich mit meinem Urteil kurz: Die neue Pearl-Jam-Scheibe ist klasse. Wem das nicht reicht, darf an dieser Stelle gerne weiterlesen und sich durch ein paar echte Argumente überzeugen lassen.

Erste Singleauskopplung rockt

pearl_jam, band.jpg (Quelle: SWR3.de)

Pearl Jam

Ihr mittlerweile achtes Studioalbum haben Pearl Jam schlicht nach sich selbst benannt. Und es klingt auch schlicht nach Pearl Jam – so wie zu Beginn ihrer Bandkarriere. Ihre neuen Songs sind wieder um einiges lauter und fetter als zum Beispiel in ihrem letzten Album „Riot Act“, das vor knapp vier Jahren erschien und eher gemächlich daherkam. Soundtechnisch bewegen wir uns jetzt also eher in der „Vs“-Ära Anfang der 90er. Mit der ersten Singleauskopplung ihres neuen Albums legen Pearl Jam gleich gut vor: „World Wide Suicide“ rockt, weil die Gitarren ordentlich geschrabbelt werden und Eddie Vedder in Bestform ist. Auf dem Album folgt gleich danach der Song „Comatose“, bei dem man durchaus ein „Rearviewmirror“-Déjà-vu haben darf. Das heißt jetzt aber nicht, dass man bei „Pearl Jam“ völlig auf den melancholischen Eddie Vedder verzichten muss: In „Gone“ steckt jede Menge Gefühl, Dramatik und ein ziemlich mitreißender Refrain. Der herausragendste Song des Albums ist meiner Meinung nach „Parachutes“, vielleicht, weil er so ganz anders als der Rest klingt. Man kann sich nicht entscheiden: Ist das jetzt ein trauriges Lied oder das komplette Gegenteil? Man ist hin- und hergerissen – aber vielleicht geht ja auch beides und „Parachutes“ klingt wie ein trauriger Abend an einem traumhaften Strand.

9. Mai: Welttournee startet

Wer bei „Wasted Reprise“ die Augen schließt, kann sich problemlos in eine kleine, leere Kirche hineindenken: Ein paar schräge Orgelpfeifen und Eddie Vedders Stimme reichen da völlig aus – auch wenn die Nummer noch nicht mal 'ne Minute dauert. Ein klasse Album verdient einen angemessenen Abschluss: „Inside Job“ ist über sieben Minuten lang, und jeder Takt, der da gezaubert wurde, ist die Mühe wert gewesen. Am 9. Mai 2006 starten Pearl Jam übrigens ihre Welttournee. Nach den Terminen für die USA und Kanada sind jetzt endlich auch Dates für Europa raus! In Deutschland gibt es allerdings nur ein einziges Konzert: am 23. September in Berlin. Wie sollen denn die ganzen Leute da alle hinpassen?

Die Details

pearl_jam, pjcover.jpg (Quelle: SWR3.de)

CD-Cover

Label:
SonyBMG
Erschienen am:
28.04.2006

Tracklist: Pearl Jam: „Pearl Jam“

  1. Life Wasted
  2. World Wide Suicide
  3. Comatose
  4. Severed Hand
  5. Marker In The Sand
  6. Parachutes
  7. Unemployable
  8. Big Wave
  9. Gone
  10. Wasted Reprise
  11. Army Reserve
  12. Come Back
  13. Inside Job