Sade, die Stimme für „gewisse Stunden“ ist wieder da. Nach einer Dekade erscheint mit „Soldier Of Love“ ihr lang ersehntes sechstes Album. Musikmän Dirk Scherer hat es durchgehört und meint: Schade, Sade...
...schade, dass wir auf ihre Musik zehn lange Jahre warten mussten. Denn schon nach den ersten Sekunden des ersten Titels „The Moon And The Sky“ taucht man, dank der weichen dunklen Gitarrenklänge, in die Welt von Sade ab. Gespannt wartet man auf ihre Stimme. Dann endlich: „I was the one...“
Mit mittlerweile 51 Jahren klingt Sade immernoch so wie früher. Sade Adu hat auch nach der langen Pause wieder die gleichen Musiker zu sich gebeten: Stuart Matthewman (Gitarre, Saxophon), Paul Denman (Bass) und Andrew Hale (Keyboard).
Weich und klar singt Sade auf ihrem Album – wie eh und je. Das düstere Gitarrenriff bei „Soldier Of Love“ lässt Erinnerungen an „No Ordinary Love“ aufkommen. Der Sound ist sehr gut produziert. Kein Wunder, denn das Album ist in den Studios von Peter Gabriel aufgenommen worden. Die zehn Songs sind meist sehr düster und sehr zurückhaltend. Der Sound könnte für meinen Geschmack aber mehr Bass vertragen. Saxophon oder schnellere Rhythmen wie bei ihrem bekanntesten Hit „Smooth Operator gibt es kaum. Relaxed und chillig kommt das Album rüber, aber ein Song fällt raus: „Babyfather“. Das hat eine leichte Reggae-Melodie und dazu ein Text über die Freuden, Mutter zu sein. "Babyfather" singt Sade Adu zusammen mit ihrer Tochter Ila.
Fazit: Sade ist mit „Soldier of Love“ ein schönes, zeitloses Jazz-Soul-Album gelungen. Mit „Safest Place“ endet das Album leise und beseelt nur mit gezupfter Gitarre, Orgel und Geigen: „My heart has been a lonely warrior, who’s been to war. So you can be sure: In my heart your love has found the safest hiding place.” Wenn Sade es singt, klingt es nicht kitschig!