Musik-Check The Cure: „The Cure“

Auch wenn keiner so recht mit dem Comeback der Achtziger-Ikonen gerechnet hat, ist bei The Cure alles beim Alten geblieben. Die Texte, die Musik und das Outfit - und das ist auch gut so.

Dicker schwarzer Kajal unter den Augen, schwarz gefärbtes, vogelnestartiges Wirrwarr auf dem Kopf und roter Lippenstift wie Bremsstreifen quer im Gesicht. Nein, Robert Smith, Sänger, Songwriter und Kopf von The Cure hat sich nicht verändert, genauso wenig wie die Musik seiner Band. Wer dachte, dass Robert Smiths Ausflüge in die elektronischere Musikszene mit Blank & Jones („A Forest“) oder Junior Jack („Da Hype“) eventuell irgendeine Auswirkung aus die Musik von The Cure hatten, hat falsch gedacht. 1999 erklärten The Cure das Album „Bloodflowers“ als das definitiv letzte Album, alles was danach noch folgen sollte waren Best-Of-Alben. Und eigentlich wollte Robert Smith endlich mal ein richtiges, eigenes Soloalbum machen. The Cure hatten keinen Plattenvertrag mehr und Robert saß in seinem Haus in Sussex am Meer, kochte Marmelade für seine Nichten und Neffen oder synchronisierte seinen Auftritt in der Kultserie Southpark, was für sein cooles Image bei seinen Nichten und Neffen weitaus effektiver war als die Marmelade. Dafür malten die ihm dann auch das Cover für’s neue Album.

„Wenn jemand diese Platte nicht mag, dann mag er The Cure nicht.“

cure, cure_gross.jpg (Quelle: SWR3.de)

The Cure

Das neue Cure-Album heißt schlicht „The Cure“, denn für Robert Smith ist es das ultimative Cure-Album: „Wenn jemand diese Platte nicht mag, dann mag er The Cure nicht.“ Es geht um das Ende der Welt, die ganz große Liebe, um Abschied, Wehmut, Melancholie, Einsamkeit, wie immer bei The Cure. Aber warum klingt dieses Cure-Album, als sei es ein musikalisches Extrakt aus den letzten 25 Jahren Bandgeschichte? Vielleicht weil der Produzent Ross Robinson (der normalerweise für Bands wie Korn, Slipknot oder Limp Bizkit produziert) ein riesiger Cure-Fan ist, und beschlossen hat, dass es allerhöchste Zeit ist, den Helden seiner Jugend noch mal Leben einzuhauchen - und genau das ist ihm gelungen.

Die Details

cure, cover_gross.jpg (Quelle: SWR3.de)

CD-Cover

Label:
Universal
Erschienen am:
28.06.2004

Tracklist: The Cure: „The Cure“

  1. Lost
  2. Labyrinth
  3. Before Three
  4. The End Of The World
  5. Anniversary
  6. Us Or Them
  7. alt.end
  8. I Don't Know What's Going On
  9. Taking Off
  10. Never
  11. The Promise
  12. Going Nowhere