Musik-Check Travis: „The Boy With No Name“

Travis müssen sich und uns nichts mehr beweisen. Umso schöner, dass sie mit ihrem neuen Album „The Boy With No Name“ das von ihnen gewohnt hohe Niveau mit 12 wunderschönen Songs locker halten können.

Warum nur kommt es nicht wenigen so vor, als ob Travis schon so lange weg waren und mit ihrem neuen Album so was wie ein Comeback feiern? Eigentlich sind doch mal gerade dreieinhalb Jahre seit „12 Memories“ vergangen. Zeit, die eine Band braucht, um sich nicht ständig selbst zu wiederholen, um kreativ zu bleiben. Den Kern ihrer Musik haben sie dabei glücklicherweise beibehalten: wunderschöne Melodien mit dem gewissen Touch Melancholie, der Menschen mit Herbst-Depressionen schon mal Tränen in die Augen treibt. Bestes Beispiel hierfür die erste Single „Closer“. Mit größtmöglicher Leichtigkeit zaubern Travis einen Refrain, in den man sich am liebsten reinlegen und drin suhlen würde. Beim Video hat übrigens Schauspieler Ben Stiller mitgemacht, der ein großer Fan der Band ist. Wie auch Chris Martin, der noch vor kurzem in einem Interview betonte, dass es Coldplay ohne Travis wohl nie gegeben hätte. Kein Wunder bei so großartigen musikalischen Vorlagen, wie man sie auch auf diesem Album wieder findet: etwa „Big Chair“ oder „Battleships“, bei denen Travis-typische Melodien, die zu schönen Hymnen werden, im Vordergrund stehen. Und wenn sie doch mal die Gitarren zum Heulen bringen („Eyes Wide Open“), dann wird das sehr behutsam und ohne einen einzigen Riff zuviel getan. Insgesamt ist die Platte der Beweis, dass Travis einfach immer noch genauso gut wie vor zehn Jahren sind und weiterhin einfach schöne Musik machen. Bei so einem gelungenen Ergebnis warten wir jedenfalls auch gerne mal etwas länger auf das nächste Album...

Die Details

CD-Cover (Quelle: SonyBMG)

CD-Cover

Foto: SonyBMG
Label:
SonyBMG
Erschienen am:
04.05.2007

Tracklist: Travis: „The Boy With No Name“

  1. 3 Times And You Lose
  2. Selfish Jean
  3. Closer
  4. Big Chair
  5. Battleships
  6. Eyes Wide Open
  7. My Eyes
  8. One Night
  9. Under The Moonlight
  10. Out In Space
  11. Colder
  12. New Amsterdam