SWR3-Exklusiv-Konzert: Die Toten Hosen Laut, schnell und wild

700 SWR3-Gewinner feierten in Heidelberg in der Halle 02 mit den Toten Hosen eine riesige Party und Campino und seine Jungs machten aus diesem SWR3-Exklusivkonzert ein ganz besonderes Erlebnis.

Es war verdammt laut, verdammt heiß und verdammt schnell, und es war vor allem verdammt gut. Welche Band bringt schon 29 Songs in knapp zwei Stunden mit einer derartigen Power, Spielfreude und Energie rüber? Mir fällt spontan keine andere ein. Die Halle 02 in Heidelberg war genau die richtige Location für dieses kleine, feine Konzert: Eng, stickig, niedrige Decke und Campino und seine Jungs ganz nah dran an den Fans. Los ging's mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums „Ballast der Republik“ und gleich danach kam schon ein Highlight: Die aktuelle Single „Altes Fieber“.

Lange nicht da gewesen

Kaum zu glauben, dass die Hosen tatsächlich vor 28 Jahren das letzte Konzert in Heidelberg gegeben haben. 1984, erzählte Campino, nahm noch kaum jemand Notiz von ihnen, das hat sich definitiv geändert. In spätestens 28 Jahren wollen sie übrigens wieder kommen, davor hauten sie dem Publikum aber noch einen Hit nach dem anderen um die Ohren: „Bonnie & Clyde“, „Pushed Again“, „Hier kommt Alex“ oder „Wünsch dir was“. Und nicht zu vergessen tolle Cover-Versionen: „Rock Me Amadeus“ von Falco klingt bei den Hosen zwar weniger filigran, aber dafür auch tatsächlich nach Rock, „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten hat in der Hosen-Variante noch mehr Bums als das Original und ohne die Fußball-Hymne „You’ll Never Walk Alone“ endet sowieso keine Hosen-Show.

Stage-Diving und Crowd-Surfing

Zwischendurch sprang Campino zu den Fans in die Menge, übte Stage-Diving und Crowd-Surfing, während 700 SWR3-Gewinner für ihn den Gesangspart übernahmen. Nach insgesamt acht Zugaben war Schluss, alle waren nassgeschwitzt, egal ob auf oder vor der Bühne. Campino stand am Ende ohne Shirt da und allen anderen stand der Mund offen: Vor Freude, vor Bewunderung und auch ein bisschen, um wieder Luft zu kriegen nach dieser Hammer-Punk-Rock- und Rock'n'Roll-Party. Sagen wir es doch mit einem Hosen-Song: „An Tagen wie diesen wünsch ich mir Unendlichkeit. In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht, erleben wir das Beste, kein Ende in Sicht.“ Genauso hat sich's angefühlt, außer natürlich verdammt laut, verdammt heiß und verdammt schnell.