Gus Black ist einer der großen Newcomer der Singer-Songwriter-Szene. SWR3-Musikredakteur Thomas Müller stellt sein hervorragendes Album „Uncivilzed Love“ vor.
Der junge Singer/Songwriter Gus Black aus Los Angeles orientiert sich stilistisch eindeutig an den Sounds der 70er Jahre. Musiker wie Cat Stevens oder der großartige Straßenpoet Jim Croce, leider viel zu früh nach einem Flugzeugabsturz verstorben, sind die großen Helden des Kaliforniers.Als Jugendlicher hörte Gus auch Heavy-Rock von Black Sabbath. „Paranoid war der erste Song, den ich auf meiner Gitarre spielen konnte“ erzählt der Amerikaner. Diesen Titel nimmt er als einzige Cover-Version auf seine CD „Uncivilized Love“, allerdings wird aus dem Hardrock-Klassiker eine melancholische und introvertierte Akustik-Ballade. Klasse gemacht. Andere Songs wie „Cadillac Tears“ erinnern im rustikal gehaltenen Country-Sound stilistisch an Shawn Mullins. Melodisch am eingängigsten sind die erste Single „Dry Kisses“ und „City Life“, eine elektrifizierte Rock-Version des akustischen Titelstückes am Ende der CD. Sympathisches Intermezzo: in „Debut“ lässt der junge Vater Gus Black seinen kleinen Sohn Angus ausgelassen lachen und glucksen.
Gus Black
Die CD „Uncivilized Love“ ist nicht das erste Album von Gus Black, sondern bereits sein dritter Anlauf. Der Songschreiber hatte das Pech, dass seine erste Plattenfirma pleite ging, gab aber nicht auf. „Das letzte, was ich wollte, war, dass mir ein Label das Genick bricht“ sagte Black.Glücklicherweise fand der talentierte Musiker mit der kratzig-rauchigen Stimme bei Nigel Grainge, seinem neuen Label-Chef, und dem „Eels“-Produzenten Wally Gagel große Unterstützung. Black bekam freie Hand und präsentierte mit „Uncivilized Love“ ein facettenreiches Singer/Songwriter-Album mit vielen schönen Songs. Wer auf handgemachte Musik und eine stimmige Mischung aus Rock, Folk und Country steht, wird diese Platte lieben.