Musik-Check Keane: „Under The Iron Sea“

Zwei Jahre nach dem großartigen Debüt „Hopes And Fears“ können Keane mit „Under The Iron Sea“ dem hohen Erwatungsdruck standgehalten. Und das ohne musikalisch auf der Stelle zu treten. Das Ergebnis: Musik zum Träumen und Gutfühlen!

Bei ihrem hochgelobten Debüt-Album „Hopes And Fears“ wurde viel darüber geredet, dass Keane ganz ohne Gitarren bei ihren Hits auskommt. Die Fans schwören hoch und heilig, dass ihnen dennoch nichts fehlt. Und was machen Keane bei der ersten Single des zweiten Albums „Under The Iron Sea“? Sie beginnen „Is It Any Wonder? mit schrägen Gitarrensounds. Aber eben nur Sounds, denn Keyboarder Tim Rice-Oxley hat ordentlich rumexperimentiert, um das so hinzubiegen: „Ein Piano mit einer ganzen Ladung von Effektgeräten zu kombinieren, hat meines Wissens noch keiner ausprobiert.“ Damit geben sie auch gleich die Marschroute für das neue Album vor: Experiment geht vor Routine, denn Keane hat wirklich viel an Sound und Songs gefeilt.

Hochemotionale Songs

keane/under_iron_sea, keane_gross.jpg (Quelle: SWR3.de)

Keane

So gelingt ihnen gleich zu Beginn mit „Atlantic“ ein wunderschöner Tagtraum vor dramatischen Streichern. Eine melancholische Atmosphäre, die die edle, aber düstere Grundstimmung des Albums wiedergibt. Überragend auch „Nothing In My Way“, das von einer Keane-typischen Piano-Linie und eingestreuten Choral-Gesängen vorangetrieben wird. Hochemotional, genauso wie „Hamburg Song“, der übrigens nur so heißt, weil das erste Demo in Hamburg aufgenommen wurde. Natürlich gibt es auch leichtere Kost, etwa „Put It Behind You“ oder „Crystal Ball“, die noch am stärksten an „Hopes And Fear“ erinnern. Wenn dann bei „Broken Toy“ wieder Gitarrensounds eingestreut werden, fragt man sich wieder, ob Keane sich vielleicht doch einen Gitarristen anschaffen sollten. Aber nein, bitte nicht schon wieder diese Diskussion... Denn Keane sind nicht stehen geblieben, sondern haben auf „Under The Iron Sea“ viel Neues ausprobiert. Und das Ergebnis klingt einfach wunderbar, ob nun mit oder ohne Gitarre.

Die Details

keane/under_iron_sea, cover_gross.jpg (Quelle: SWR3.de)

CD-Cover

Label:
Universal
Erschienen am:
31.10.2006

Tracklist: Keane: „Under The Iron Sea“

  1. Atlantic
  2. Is It Any Wonder?
  3. Nothing In My Way
  4. Leaving So Soon?
  5. A Bad Dream
  6. Hamburg Song
  7. Put It Behind You
  8. Crystal Ball
  9. Try Again
  10. Broken Toy
  11. The Frog Prince