Das Album „Ocean Eyes“ mit dem Hit „Fireflies“ erscheint endlich auch bei uns. Musikmän Dirk Scherer meint: Keine Eintagsfliege. Den Namen Owl City sollten wir uns merken.
Hinter „Owl City“ steck Adam Young, gerade mal 22 Jahre alt. Adam stammt aus der Kleinstadt Owatonna (20.000 Einwohner) in Minnesota. Kein Wunder, dass er seine Musik zu Hause in seinem dunklen Keller am Laptop zusammengeschustert hat. Adam meint, für seine Musik braucht er kein teures Studio in L.A. oder New York. Der Sound ist meistens verspielt, wie der Megahit „Fireflies“ („Glühwürmchen“). Adam Young hat viel Zeit vor seinem Laptop verbracht und erinnert mich deswegen an Moby. Vielleicht wird Owl City die süßliche Pop-Version von Moby für das kommende Pop-Jahrzehnt. Das Album „Ocean Eyes“ mit dem Nummer-1-Hit „Fireflies“ ist übrigens nicht das Debüt. Adam Young hat vor drei Jahren in Eigenregie die EP „Of June“ und ein Jahr später das erste Album „Maybe I’m Dreaming“ rausgebracht.
In Amerika ist schon die zweite Single „Vanilla Twilight“ draußen. Die wurde kein Nummer-1-Hit. Einmal liegt es daran, dass „Fireflies“ alles überschattet. Andererseits ist hier auch eine Schwäche bei Owl City: Die Musik von Owl City auf ein ganzes Album gezogen, ist für meine Ohren etwas eintönig. Viele Songs ähneln sich vom Stil her sehr. Wer auf leichten, verspielten Electro-Pop steht, wird hier ordentlich bedient – zum Beispiel mit „The Saltwater Room“ oder „On The Wing“. Adam hat nicht nur verträumte Texte, nein auch mal witzige. Bei dem Song „Dental Care“ vertont er einen Besuch beim Zahnarzt. Euro-Dance-Erinnerungen werden bei „Umbrella Beach“ wach.
Fazit: Adam Young alias Owl City hat viel Potenzial und muss nicht unbedingt ein One-Hit-Wonder bleiben. Er ist gerade mal 22 und fängt jetzt erst mit seiner Karriere an. Mehr Varianz in den Songs, dann wird das was.