Musik-Check Robert Francis - „Before Nightfall“

Er lächelt kaum auf Bildern, mit seiner Musik will er den Menschen aber das Gefühl geben, dass okay ist, was immer in ihrem Leben geschieht. Matthias Kugler über den Newcomer aus L.A.

Mit dem Albumtitel „Before Nightfall“ führt uns Robert Francis komplett auf die falsche Spur, denn die zwölf Songs auf seinem Debütwerk sind wie gemacht für die Stunden nach und nicht vor dem Sonnenuntergang. Entspannt, lässig und geheimnisvoll kommen sie daher, ein bisschen wie Nebelschwaden in der Dunkelheit, schummriges Licht in einer Bar oder eine einsame Bucht am Pazifik um Mitternacht.


Junger Songwriter mit alter Seele

Bei dem Singer und Songwriter aus Los Angeles scheint alles langsamer vonstatten zugehen, fast wie in Zeitlupe ziehen seine Songs an einem vorbei. „Darkness“ mit seinem verschleppten Beat ist traurig und schön zugleich, „Nightfall“ ist gebremster Gospel und die erste Single „Junebug“ ein Hit wie ich ihn lange nicht mehr gehört habe: eine Melodie zum Niederknien, packende Lyrics über die Liebe und wie sie vergeht und eine Stimme, die sogar nicht nach einem Typen Anfang Zwanzig klingt, sondern nach Joe Cocker 30 Jahre nach Woodstock.

Fazit: „Before Nightfall“ von Robert Francis muss man entdecken, öfters hören, erst dann erschließen sich einem seine spartanisch arrangierten Songs, die ihre Kraft aus Folk, Country, Rock und Blues schöpfen und natürlich aus der Zeit nach dem Sonnenuntergang.

Die Details

Before Nightfall (Quelle: Warner)

Robert Francis - "Before Nightfall"

Label:
Warner
Erschienen am:
25.06.2010