Vor drei Jahren haben die drei Pfadfinder-Freunde von Scouting For Girls erfolgreich ihre eintönigen Gelegenheitsjobs gegen eine Profikarriere als Musiker eingetauscht – aber auch mit der neuen CD wollen sie noch nicht erwachsen werden.
Dabei ist doch genau das das zentrale Thema des Trios, wie sie schon mit ihrem Bandnamen klar machen: „Scouting For Boys“ heißt das bekannte Buch vom Gründer der Pfadfinder-Bewegung Robert Baden-Powell, dessen Titel sie spielerisch abwandelten. Bassist Greg erklärt: „Das Buch ist von 1908 und beschreibt Dinge, die Jungs eben gerne tun: Zelten, Feuer machen oder Tiere beobachten. Und dann kommt irgendwann die Zeit, in der man die Spielzeuge niederlegt und anfängt, mit Mädchen spielen zu wollen.“
Bis zu 15 Stunden haben Roy Stride, Greg Churchouse und Peter Ellard an manchen Tagen im Studio an den neuen Songs gearbeitet. Und das, nachdem sie zwei Jahre lang fast ununterbrochen mit ihrem selbstbetitelten Nummer-1-Debüt von 2007 auf Tour waren. „Wir haben zehn Jahre lang Jobs gehabt, haben zwölf Stunden pro Tag gearbeitet, aber wenn man etwas macht, das einem wirklich gefällt, fliegt die Zeit einfach“, erzählt Bassist Greg. Herausgekommen sind zehn überwiegend knackig-kurze Songs. Sie drehen sich um den modernen Zeitgeist, in dem jeder hofft, über die Medien einmal für 15 Minuten Ruhm zu erlangen. Für Pete nicht unbedingt etwas Negatives: „Wir lassen das Reality-TV hochleben, ich bin damit aufgewachsen und mag es irgendwie. Nicht alles ist schlecht daran.“ Die Songs erzählen von Trennung („This Ain’t A Love Song“), aufgetakelten Edeltussis („Posh Spice“) und um den Verlust der Unschuld, alles mit einem Augenzwinkern und einer positiven, optimistischen Wendung am Schluss. Wie Kinder eben: Spaß haben und Tanzen mit unerschütterlichem Selbstvertrauen. Und genau das wollten sich die ehemaligen Pfadfinder, die ihre Fans „Wolfcubs“ (Wölflinge) nennen, ja erhalten – trotz dem hinzugekommenen Interesse am anderen Geschlecht.