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Superhelden sind im Hollywoodkino immer noch IN. Nach „Superman“, „Spiderman“, „Hulk“ und all den anderen, kommt jetzt ein Held aus der nordischen Göttersagenwelt: „Thor“, eine Figur aus der Kultcomic-Schmiede MARVEL. Neben Anthony Hopkins spielt Natalie Portman, der Star aus dem aktuellen Kinohit „Black Swan“, mit. Jo Müller hat den Film und die Leistung von Natalie Portman gesehen, gibt's auch dieses Mal einen Oscar?

Szenenbild aus Thor (Foto: Paramount Pictures); Foto: SWR3.de

Szenenbild aus „Thor“ (Foto: Paramount Pictures)

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Sorry, aber aber einen Oscar wird Natalie keinen bekommen. Hat weniger mit ihr zu tun, sondern mit dem Job, den sie hier machen muss. Eigentlich muss sie nur den Helden anhimmeln: große, erstaunte oder verliebte Augen machen und ab und an herumknutschen. Mit anderen Worten, sie wird schauspielerische wenig gefordert. Die Hauptrolle in diesem Film spielen weder Natalie Portman, noch Anthony Hopkins oder Muskelprotz Chris Hemsworth, der den Titelhelden verkörpert. Die Hauptrolle spielen die Trickeffekte. Tatsächlich kracht und knallt es hier vor allem am Anfang und Ende mächtig.

Götter-Junge verliebt sich in Wissenschaftlerin

Szenenbild aus Thor (Foto: Paramount Pictures); Foto: SWR3.de
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Das Ganze ist eine Art Mixtur aus „Iron Man“, „Herr der Ringe“ und „Transformers“. Es geht um Thor, den Sohn von Götterchef Odin, der aus dem Königreich der Götter geschmissen und auf den Planeten Erde verbannt wird. Grund: Er benimmt sich großkotzig und aggressiv. Auf der Erde verliebt er sich in eine Wissenschaftlerin, Natalie Portman, und sucht ein magisches Hämmerchen, das ihm seine ursprüngliche, göttliche Kraft zurückgibt. Währenddessen reißt sein hinterhältiger Bruder die Macht in Odins Reich an sich.

Viel Krach und Krawall

Der Film zeigt parallel, was auf der Erde mit Thor passiert und welche dramatischen Vorgänge sich in der Götterwelt abspielen. Das ist recht spannend anzugucken. Außerdem ziemlich witzig: Thors prolliges Verhalten im Kreis der Menschen. Dieser Superhelden-Charakter hat natürlich das Problem, dass er ein echter Hochglanz-Held ist. Mit stählernen Muckis und blitzblank geputzter Rüstung. Deshalb wirkt er viel blasser als zum Beispiel der düstere, vielschichtige „Batman“. Aber wer einfach nur einen unterhaltsamen Fantasy-Film gucken will mit viel Krach und Krawall, Liebe und Verrat, der ist hier ganz gut aufgehoben. „Thor“ bietet kurzweiliges Popcornkino.

Autor
Jo Müller