Lebenskrisen wirken sich stark auf die Arbeitsfähigkeit aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse AOK in ihrem „Fehlzeitenreport“. Aber: Fast die Hälfte der Betroffenen sei trotzdem zur Arbeit gegangen.

In einer repräsentativen Umfrage gaben mehr als die Hälfte der Betroffenen an, dass Krisen – wie Krankheit oder Todesfälle in der Familie, Trennungen und Konflikte – ihre Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt haben.

Gutes Verhältnis zum Chef ist wichtig

Ob Betroffene im Job über Lebenskrisen sprechen und dann auch Hilfe bekommen, hängt stark vom Verhältnis zum Chef ab. „Überall dort, wo die Führungskraft ein gutes Verhältnis mit den Beschäftigten hat, werden auch verschiedenste Maßnahmen angeboten“, sagt Helmut Schröder von der AOK.

Auch Verständnis und Rücksichtnahme seien demnach bei einem guten Verhältnis zum Vorgesetzen größer und es fänden häufiger Gespräche statt, so Schröder.

Bessere Unterstützung in großen Betrieben

Größere Betriebe boten ihren Mitarbeitern in der Regel deutlich mehr Hilfe in Krisenzeiten an, als kleinere. Da jedoch rund ein Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland in kleineren Firmen arbeite, fordert die AOK hier mehr Unterstützung von Staat und Kommunen.

Immer noch fehle es in kleinen Betrieben an Ressourcen und Sensibilität für das Thema. Hier könnten Schulungen für Führungskräfte und regionale Netzwerke helfen.

Mehr Krankmeldungen wegen psychischer Probleme

Insgesamt gab es 2016 genauso viele Krankmeldungen wie im Vorjahr. Allerdings fallen laut AOK immer mehr Arbeitnehmer aufgrund von psychischen Erkrankungen aus.