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Gedanken Maria 2.0: und jetzt?

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Johanna Vering, katholische Kirche: Mit fünf Frauen aus Münster hat alles angefangen. Die fünf haben die Aktion Maria 2.0 ins Leben gerufen. (Verkündigungssendung)

Die Frauen sind katholisch und alle in ihrer Kirche engagiert. Aber sie haben die Nase voll davon, nicht gesehen zu werden. Sie können nicht verstehen, warum Frauen in der Kirche nicht gleichberechtigt neben Männern leben und arbeiten können. Sie kritisieren den Umgang mit Macht in der Kirche. Und sie fordern, den Missbrauchsskandal konsequent und offen aufzuklären. Eine Woche lang haben die Frauen all das nicht getan, was sie sonst rund um Gemeinde und Kirche tun. Sie haben gestreikt. Unzählige Frauen und Männer deutschland- und weltweit haben sich Maria 2.0 angeschlossen. Jetzt laufen an ganz unterschiedlichen Orten immer wieder Veranstaltungen, Demos, Diskussionen zu dem Thema.
Die Reaktionen waren und sind ganz unterschiedlich. Einige haben schlicht nichts dazu gesagt. Andere haben gesagt, dass sie die Frauen verstehen, aber nichts ändern können und gleichzeitig zum Dialog eingeladen. Wieder andere haben das Ganze strikt abgelehnt und viele - gerade außerhalb der Kirche, haben Maria 2.0 unterstützt.
Ich finde die Aktion gut und: die Damen haben Recht. Es muss was passieren. Und zwar zu allererst ein Umdenken. Bzgl. der Frauen in der Kirche und bzgl. der Macht in der Kirche.
Maria 2.0 und wie damit umgegangen wird, hat mir gezeigt, wie tief meine Kirche tatsächlich in der Krise steckt. Einige Bischöfe sprechen z.B. eine komplett andere Sprache als die Frauen, die Maria 2.0 gestartet haben oder als ich. Wie soll da Dialog funktionieren?
Eine der Organisatorinnen hat zum Abschluss gesagt: „Ladet die Bischöfe in eure Küchen ein. Nicht als Amtsträger, sondern als Mitchristen.“ Das finde ich eine klasse Idee. Die Bischöfe mitten ins Leben holen und dann bei einem gemütlichen Glas Wein über alles sprechen, was wichtig ist. Das ist echter Dialog auf Augenhöhe. Und das ist für die Kirche so notwendig.