Stand:

Ein Wildschwein oder ein Hirsch direkt vor der Kühlerhaube – ein Alptraum für jeden Autofahrer. Der ADAC gibt Tipps, wie du dich dann verhalten solltest.

Die meisten Wildunfälle gibt es im Herbst und im Winter. Das liegt an der Dämmerung: Da suchen die Wildtiere nämlich nach Futter. Von Oktober bis März dämmert es gerade dann, wenn Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause sind. Viele Wildunfälle sind aber auch vermeidbar. Reimund Elbe vom ADAC Württemberg mahnt, die Schilder ernst zu nehmen, die vor Wildwechsel warnen.

Die Schilder stehen an Stellen, wo oft Tiere die Straße überqueren oder schon Unfälle passiert sind. Da sollten die Autofahrer dann besonders gut aufpassen, den Fahrbahnrand beobachten und eher langsam fahren.

Reimund Elbe vom ADAC

Mit dem Auto ausweichen ist gefährlich

Wildunfall; Foto:  imago images / CHROMORANGE
imago images / CHROMORANGE

Trotz aller Vorsicht kann es natürlich doch passieren: Plötzlich steht ein Reh auf der Straße, ist geblendet vom Scheinwerferlicht und bewegt sich keinen Zentimeter mehr. Reimund Elbe rät: Vom Fernlicht auf das Abblendlicht umschalten und hupen – vielleicht rennt das Tier dann schnell weg. Im schlimmsten Fall aber bleibt das Reh einfach stehen. Dann heißt es: Lenkrad fest umklammern und Vollbremsung. Allerdings nur, wenn hinter einem die Fahrbahn frei ist. Wenn man Autos hinter sich hat, sollte man mit dem Tempo möglichst schnell runter und vor allem: geradeaus weiterfahren. Auf keinen Fall versuchen, dem Tier auszuweichen – denn dabei gerät man leicht auf die Gegenfahrbahn und stößt womöglich mit anderen Autos zusammen.

Beim Wildunfall wird ein Wildschwein zum Nashorn

So ein Aufschlag hat es in sich. Ein Wildschwein von 80 Kilo prallt bei Tempo 50 mit der Wucht von zwei Tonnen auf – das entspricht auch einem Nashorn. Auch danach ist die Gefahr noch nicht vorbei. Mancher Autofahrer wurde überfahren, als er sich um das verletzte Tier auf der Straße kümmern wollte.

So verhältst du dich nach einem Wildunfall

  • Nicht ausweichen! Lenkrad gut festhalten und mit voller Kraft bremsen.
  • Nach dem Zusammenstoß sofort die Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern.
  • Polizei unter der Rufnummer 110 anrufen und Standort und weitere Informationen durchgeben.
  • Verletzte Tiere nicht anfassen. Tote Tiere an den Straßenrand schaffen, damit keine Folgeunfälle passieren
  • Falls das Tier verletzt wegläuft, unbedingt die Richtung merken, damit der Jäger eine Spur hat.
  • Wild niemals mitnehmen! Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Strafanzeige droht!
  • Auf Polizei und/oder Jäger warten.
  • Damit ein eventueller Schaden bei der Versicherung eingereicht werden kann, sollte man sich von der Polizei oder dem Förster eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.

Welche Schäden übernimmt die Versicherung?

Ob die Versicherung im Schadensfall die Kosten übernimmt oder nicht, hängt mit der Art des Unfall-Tieres zusammen. Laut ADAC kommt die Teilkaskoversicherung für Kosten auf, die durch den Zusammenprall mit Haarwild entstanden sind – also zum Beispiel mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch. Es gibt aber auch Teilkaskoversicherungen, die alle Tiere abdecken. Die Vollkaskoversicherung zahlt auch, wenn es nicht bewiesen werden kann, dass der Unfall durch Wild oder nach einem Ausweich- oder Bremsmanöver passiert ist, so der ADAC. Mehr Infos zum Schadensersatz findet ihr hier.