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Smart Speaker können so ziemlich jede Frage auf Zuruf beantworten. Fußballergebnisse oder das Alter eines Promis sind genauso schnell beantwortet wie die Frage nach dem Wetter oder ob es auf der Fahrt zur Arbeit irgendwo einen Stau gibt. Möglich wird das alles durch sogenannte Künstliche Intelligenz. Aber die hat auch Haken.

Wie bei jedem technischen Fortschritt hilft es, wenn wir wenigstens die Grundprinzipien der Technik verstehen: Damit wir wissen, ob und wie wir sie nutzen sollten. Deshalb kommen hier zehn Fragen, die uns Smart Speaker so nicht beantworten, die wir aber trotzdem oder gerade deshalb wissen sollten.

Tipps: Welcher Smart Speaker passt zu mir?

10 Dinge, die du über Smart Speaker wissen solltest

1. Was ist ein Smart Speaker?

Ein Smart Speaker ist ein an den Strom angeschlossener Lautsprecher mit eingebauten Mikrofonen. Im Unterschied zu den weitverbreiteten, meist schnurlosen Bluetooth-Lautsprechern, bekommt ein Smart Speaker die Informationen entweder über Sprachkommandos oder über ein WLAN-Netzwerk.

Smart Speaker haben in der einfachen Ausführung wenig leistungsstarke Bassboxen. Die teuren Modelle können ihren Klang mit den eingebauten Mikrofonen dem jeweiligen Raum anpassen. In vielen Fällen ist es möglich, auch mehrere gleiche Smart Speaker miteinander zu verknüpfen. Für den täglichen Bedarf an Informationen und Musik reicht aber meist ein Smart Speaker pro Raum.

Jeder muss abwägen: Wenn es mir so viel wert ist, dass ich das Licht von der Couch per Sprachbefehl ausmachen kann und dadurch Datenschutz Risiken geschaffen werden, will ich die in Kauf nehmen – oder gehe ich auf Nummer sicher!?

Frederick Richter, Vorstand der Stiftung Datenschutz

2. Was brauche ich, damit mein Smart Speaker funktioniert?

Kurz gesagt: Strom, Netz und Konto. Es gibt Smart Speaker, die auch mit Akku-Strom laufen. Dabei funktionieren aber nicht alle Möglichkeiten, die sonst mit der künstlichen Intelligenz möglich sind. Die ganze Bandbreite der Möglichkeiten lässt sich nur ausschöpfen, wenn die Geräte am Strom- und im WLAN-Netz hängen und wenn du ein Konto beim zum Gerät passenden Sprachassistenten anlegst.

Unser Tipp: Am einfachsten ist es hierbei, erst auszuwählen, welcher Sprachassistent dir am besten gefällt und danach, welches Gerät am besten dazu passt.

3. Was kosten Smart Speaker?

Die Preisspanne ist sehr groß. Es gibt bereits für 25 Euro Smart Speaker und auch welche für um die 400 Euro. Je günstiger der Smart Speaker, desto weniger Ansprüche können an die Klangqualität gestellt werden. Teure Smart-Speaker-Boxen haben meistens einen sehr guten Klang. Der hohe Preis bedeutet nicht, dass sie auch mit allen Sprachassistenten-Apps klarkommen! Im Gegenteil: Die teuren Smart Speaker klingen zwar richtig super, oft is es aber sogar so, dass sie weniger Möglichkeiten bieten als die günstigsten Modelle – wenn es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz geht.

4. Wo sind Smart Speaker sinnlos?

Ob man überhaupt einen Smart Speaker braucht, muss jeder selbst entscheiden. Wer aber mit dem Gedanken spielt, sich einen zuzulegen, braucht jedenfalls dort keinen, wo nicht mit ihnen gesprochen wird. Wer also in Schlaf-, Arbeits- oder Wohnzimmer nach Boxen sucht, die einfach einen guten Klang haben, dem reicht eine Bluetooth-Box mit gutem Bass-Lautsprecher völlig.

Wer ganz sicher gehen möchte, dass Gespräche nicht mitgehört bzw. aufgezeichnet werden, muss selbst dafür sorgen, dass die Mikrofone abgeschaltet sind. Trotz aller guten und zuverlässigen Sicherheitsmöglichkeiten: Dort wo es keine Mikrofone geben sollte, kann mit gutem Gewissen auch kein Smart Speaker stehen.

5. Wie sorge ich dafür, dass der Smart Speaker nicht abhört?

Die Mikrofone an einem Smart Speaker kann ich als Nutzer abschalten. Das bedeutet aber nicht, dass dadurch bereits gemachte Aufnahmen gelöscht werden. Diese Aufnahmen und die Möglichkeiten, was von den Mikrofonen aufgenommen wird, muss der Besitzer selbst einstellen! Dabei sollte man darauf achten, ob der Sprachassistent, der den Smart Speaker steuert, auch abhören kann, was am Telefon bzw. am Tablet gesprochen wird.

Smart-Speaker-Tester Sven Hansen von der Zeitschrift C't , weiß aber auch:

Es ist immer eine Vertrauenssache, dass das elektrische abschalten auch funktioniert hat und keine weiteren Aufzeichnungen gemacht werden und zum Server übertragen werden. Wenn ich ganz sicher gehen will, dann würde ich einfach sämtliche Stecker ziehen, dann habe ich die hundertprozentige Sicherheit.

So kannst du deinen Smart Speaker richtig ausschalten

6. Wo sind Smart Speaker sinnvoll?

Überall dort, wo ich bei dem, was ich tue, zusätzliche Informationen brauche. Stehst du morgens im Bad und hast alle Hände voll zu tun, um dich für den Tag aufzuhübschen, kann ein Smart Speaker helfen. Auf Fragen wie: „Wann und wo habe ich den ersten Termin? Ist meine Bahn verspätet? Wird es unterwegs regnen?“, kann ein richtig eingestellter Smart Speaker Antwort geben.

Ähnlich helfen Smart Speaker auch beim Kochen. Dank der Verknüpfung mit dem Internet sind Antworten auf Rezept-Fragen, während ich mit verschmierten Händen nichts anfassen kann, durchaus eine Hilfe. Ob „Wie viele Eier brauche ich für 6 Pfannkuchen?“ – „Wo kann ich Mehl kaufen?“ oder einfach „setze einen Wecker in 3 Minuten“ – der Smart Speaker gibt Antwort, erledigt kleine Aufgaben und du musst dir nicht jedes mal die Hände waschen, um auf deinem Tablet oder Handy nach Informationen zu suchen.

Smart Speaker in der Küche; Foto: imago/AndreyPopov

Smart Speaker helfen beim kochen.

imago/AndreyPopov

7. Was kann ein Smart Speaker noch, außer Fragen beantworten und Musik abspielen?

Je genauer wir den Smart Speaker einstellen, desto mehr Abläufe kann er übernehmen, die sich automatisieren lassen.

Beispiel: Du verlässt im Winter morgens dein Zuhause, um zur Arbeit zu gehen. Bist also den ganzen Tag nicht daheim. Im Sommer kein Problem, Tür zu und Wiedersehen, bis heute Abend. Im Winter hast du nach dem Aufstehen einige Lichter angemacht und auch die Heizung. Wenn du vergisst, das alles beim Verlassen des Zuhauses auszuschalten, verschwendest du unnötige Energie. Dem Smart Speaker kannst du beim aus dem Haus gehen einfach sagen, dass er alles ausmachen soll. Selbst wenn du das vergessen solltest, kannst du immer einen Timer programmieren, wann er andere Geräte abschalten und einschalten soll. So kann er rechtzeitig dein Zuhause mit Licht und Wärme kuschlig machen – vorbereitet auf den Moment, wenn du heimkommst.

8. Warum kosten Smart Speaker mehr als der Anschaffungspreis?

Smart Speaker sind in ihrem Anschaffungspreis oft sehr niedrig, weil die Hersteller wissen: Der Speaker ist erst der Anfang einer lukrativen Kundenbeziehung. Ganz davon abgesehen, dass auch die Nutzung eines Smart Speakers einen monatlichen Betrag für High-Speed-Internet voraussetzt, entstehen weitere Kosten. Beispiel: Selbstverständlich kann ich auch auf dem Home Pod von Apple SWR3 hören. Möchte ich allerdings Siri sagen: „Spiele SWR3”, geht das Live- Radio nur an, wenn auch ein kostenpflichtiges Apple-Music Abo gebucht ist.

Außerdem zahlt jeder Benutzer mit Informationen: Mit jeder Nutzung lernen die Plattformen ihre Nutzer besser kennen. Jeder muss sich selbst überlegen, was es bedeuten kann, wenn er seine Gewohnheiten und oft intime Informationen so geballt an eine einzige Plattform weitergibt.

GoogleHomeundMagenta; Foto: SWR3/karsten

Alle drei spielen SWR3

SWR3/karsten

9. Was klingt besser: Bluetooth, WLAN oder Stecker?

Verbindungen, die mit Kabel zwischen Audioquelle und Lautsprecher hergestellt werden, klingen je nach Datenübertragungsgeschwindigkeit meist besser als drahtlose Verbindungen.
WLAN wiederum erreicht oft bessere Ergebnisse als Bluetooth. Insgesamt ist die Klangqualität von Streaming inzwischen so weit fortgeschritten, dass der Normal-Hörer kaum einen Unterschied feststellen kann.

10. Wie kann ich mit dem Smart Speaker SWR3 hören?

Smart Speaker funktionieren je nach Modell ein bisschen unterschiedlich. Es spielt auch eine Rolle, ob du das Gerät mit dem Smartphone bedienst. Bei Google-Geräten startest du das SWR3-Programm mit „Sprich mit SWR3“, bei Alexa kannst du das Radio mit „Öffne SWR3“ starten.

Aber egal mit welchem Sprachassistenten oder Smart Speaker und mit welchem Befehl: SWR3 einschalten klappt immer. Um alle Möglichkeiten deines Lieblingsradios zu nutzen, kannst du auf Smartphone und Tablet die kostenlose SWR3-App zu installieren.

Autor
Kai Karsten
Autor
SWR3