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Christine Langer
SWR3.Online-Redakteurin Christine Langer; Foto: SWR3 - Stephanie Schweigert
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Telefonieren in der EU wird nochmal günstiger. Ab heute gilt eine Preisobergrenze für Telefonate ins EU-Ausland: Maximal 19 Cent pro Minute und höchstens 6 Cent für SMS. In einigen Fällen müsst ihr aber trotzdem noch auf die Kosten achten!

Fall 1: Von Deutschland im EU-Ausland anrufen

Laut Europäischem Verbraucherverband haben in Deutschland bisher Auslandsgespräche mit dem Handy bis zu 1,99 Euro pro Minute gekostet, auch innerhalb der EU. Damit ist jetzt Schluss: Nun gilt die Obergrenze von 19 Cent/Minute, wenn ich von Deutschland aus beispielsweise in Spanien, Frankreich oder einem anderen EU-Land anrufe. Nicht nur vom Handy aus, sondern auch bei Telefonaten aus dem Festnetz. Eine SMS kostet höchstens 6 Cent. In beiden Fällen kommt allerdings noch Mehrwertsteuer dazu, in Deutschland derzeit 19 Prozent. Das macht dann pro Minute rund 23 Cent, für eine SMS rund 7 Cent.

Fall 2: Aus Italien eine italienische Nummer anrufen

Frau telefoniert - EU-Ausland Anrufe kosten weniger; Foto: dpa/picture-alliance
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Wer im Urlaub zum Beispiel einen Tisch im Restaurant um die Ecke reservieren will, zahlt schon seit gut zwei Jahren nicht mehr als zuhause. „Roam like at home“ heißt: Man zahlt genau das, was im eigenen Heimatland beim Telefonieren oder Surfen auch anfällt. Wer zuhause eine Flatrate hat, zahlt also auch beim Telefonieren im Ausland nichts pro Minute. Wer zuhause 9 Cent pro Minute zahlt, zahlt das auch im Ausland.

Was übrigens schon länger gilt: Aus dem Urlaub in Spanien einen Freund in Polen anzurufen ist gedeckelt. Es ist egal, ob ich von Deutschland aus eine andere EU-Rufnummer wähle oder von einem anderen EU-Land aus.

Wo und ab wann gelten die neuen Preisgrenzen noch?

Neben den 28 EU-Ländern gelten die neuen Vorschriften wohl bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein. Verbraucher müssen von den Anbietern über die Änderung informiert werden.

Ab 15. Mai gelten die Regeln erstmal für alle, die minutengenau abgerechnet werden. Für andere Tarife – beispielsweise mit Flatrate, Minutenpaketen oder anderen Sondervereinbarungen für Auslandsgespräche – gilt eine andere Deadline: Die Anbieter müssen die Verträge bis zum 15. Juli 2019 umstellen.

Wer früher umsteigen will, muss mit dem Anbieter sprechen. Aber es kann auch den Fall geben, dass man gesonderte Vereinbarungen hat, die günstiger sind. Auch da sollte man sich an den eigenen Mobilfunkanbieter wenden und Bescheid geben, dass man die alte Vereinbarung behalten will.

Achtung, hier kann es weiterhin teuer werden!

Die neuen Preisobergrenzen gelten aber nur fürs EU-Ausland. Wer also eine Nummer in der Schweiz anruft oder in der Türkei, der sollte aufpassen und sich unbedingt vorher informieren, wie der eigene Mobilfunk-Anbieter diese Länder behandelt. Bei manchen Anbietern wird die Schweiz genauso behandelt wie EU-Länder, bei anderen wie die Welt-Zone. Und dann wird es meist teuer. Das gilt dann nicht nur fürs Telefonieren sondern auch für mobile Daten.

Wer beispielsweise mit dem Smartphone per App navigiert, braucht unterwegs Daten. Da heißt es dann: vorher den Vertrag checken! Denn dann reicht es schon, wenn man in der Nähe der Schweiz unterwegs ist. Wenn das Handy sich ins schweizer Netz einbucht, hat man gegebenenfalls Pech und zahlt ordentlich drauf.

Außerdem problematisch: Sonderrufnummern und Schiffsreisen

Vorsicht bei Sonderrufnummern: Die können auch weiterhin richtig teuer werden. Also alles, was mit 0180- oder 0190- beginnt, auch 0800-Nummern, die in Deutschland kostenlos wären. Da kommt es drauf an, was im Mobilfunkvertrag steht und dort mit dem eigenen Anbieter vereinbart ist.

Auch bei Schiffsreisen solltet ihr eure mobilen Daten und Anrufe im Blick behalten. Wenn sich das Handy auf dem Schiffsnetz eingebucht hat, kann es mehrere Euro pro Minute kosten. Tipp: Am besten schaltet ihr in euren Handyeinstellungen vor solchen Reisen die Roaming-Funktion aus.

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