In Cannes versammeln sich in den kommenden zehn Tagen die großen Stars und Sternchen der Filmwelt. Einen solchen Promiauflauf lassen sich die Paparazzi nicht entgehen. Heiko Schönborn, der bei einer Paparazzi-Agentur arbeitet, gibt im Interview mit SWR3 einen Blick hinter die Kulissen.

10.000 Euro oder mehr

Paparazzi ist für die meisten von uns schon eher ein Titel. Viele unserer Fotografen sind auch wirklich stolz darauf Paparazzi zu sein.

Wir arbeiten auch mehr detektivisch und da sind wir stolz darauf.

Der schlechte Ruf stamme hauptsächlich aus den USA. Aus Los Angeles, wo sich viel zu viele Paparazzi sammeln. Trotzdem lohnt sich der Beruf auch heute noch. Das perfekte Foto kann schon mal bis zu 10.000 Euro bringen. „Das kann noch höher gehen“, erklärt Schönborn.

Cannes unattraktiv für Paparazzi

Jury Cannes 2017; Foto: Picture Alliance/ Arthur Mola

Ein Teil der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes: Will Smith, Jessica Chastain und Pedro Almodovar (v.l.).

Picture Alliance/ Arthur Mola

„Das ist in Cannes aber nicht der Fall.“ Das Filmfestival sei – zumindest für die Paparazzi – keine besonders schöne Veranstaltung. Hier bringe ein Foto zwischen 100 und 500 Euro - „wenn es gut läuft“. Bei den Filmfestspielen in Cannes handele es sich um eine Massenveranstaltung, es gehe mehr ums Sehen und Gesehen werden. „Das sind die Bilder, die alle haben“, so der Paparazzo selber. Der perfekte Schnappschuss sei dann gefunden, wenn es sich um ein Bild handele, das kein anderer hat: „Dann kann man den Preis selbst bestimmen.“

Pippas Hochzeit wird größere Herausforderung

Pippa Middleton; Foto: Picture Alliance/ EPA

Pippa Middleton

Picture Alliance/ EPA

Natürlich wünschten sich alle Paparazzi ein Bild, das kein anderer hat. In Cannes sei die Wahrscheinlichkeit da eher gering. Eine Hochzeit wie die von Pippa Middleton am Wochenende biete sich schon eher an. „Meine Agentur hat ein Dutzend Fotografen auf die Hochzeit angesetzt“, erklärt Schönborn im Interview. Jeder einzelne lege es nur darauf an das perfekte Foto zu schießen. „Zum Beispiel wenn das Hochzeitskleid hochfliegt", so Schönborn. „Das wäre ein Bild, das alle toll finden würden.“

Ein Geben und Nehmen

Trotzdem besteht der Beruf des Paparazzo nicht nur aus der reinen Beobachtung prominenter Gesichter. „Viele vergessen dabei, dass es sich auch um ein Geben und Nehmen handelt“, so Schönborn. Die Promis selber inszenierten sich gerne vor der Linse der Fotografen. Ein gutes Foto kann schließlich für Fotografen und Fotografierten zum Sprungbrett werden.