Autor
Alexander Winkler
Alexander Winkler; Foto: SWR3 – Stephanie Schweigert
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Am Geldautomaten schnell mal 10 oder 20 Euro abheben – das kann ja manchmal ganz praktisch sein. Aber: Bei immer mehr Banken müssen Kunden für kleine Abhebungen unter 50 Euro mittlerweile eine Extra-Gebühr bezahlen!

Bei welchen Banken muss ich mit diesen Extra-Kosten am Geldautomaten rechnen?

Das sind vor allem Direktbanken, bei denen das der Fall ist. Also Banken wie die ING Diba, ComDirekt oder die DKB, die meist keine eigenen Filialen haben. Und das ist auch schon fast der Grund für die Gebühren. Denn diese Direktbanken haben oft auch nur ganz wenige eigene Geldautomaten. Die Kunden gehen stattdessen zum Beispiel zur Sparkasse oder einer Volksbank und heben da das Geld ab – kostenlos! Die Sparkasse bzw. Volksbank berechnet der Direktbank aber eine Servicegebühr. Und das ist pro Abhebung meistens ein fixer Betrag, egal wie hoch der Geldbetrag ist. Drei bis fünf Euro können das schon sein. Das kommt die Direktbanken teuer zu stehen – und das wollen die mit den Gebühren auf Kleinstabhebungen eben verhindern. Das heißt: Die Kunden werden dazu erzogen, seltener Geld abzuheben, dafür aber größere Beträge.

Was ist, wenn ich jetzt nur 20 Euro abheben möchte, weil ich 50 Euro gar nicht auf dem Konto habe?

Das geht meistens trotzdem auch gebührenfrei. Die Banken wollen da auch Kunden entgegenkommen, die einfach wenig Geld haben. Aber Achtung: Hier zählt nicht das Guthaben von 50 Euro, sondern der sogenannte Verfügungsrahmen. Das heißt, da zählt auch der Dispo-Kredit mit rein. Beispiel: Wer sein Konto mit dem Dispo um 200 Euro überziehen darf, der kann kleine Beträge erst kostenlos abheben, wenn er oder sie schon 150 Euro in den Miesen ist. Wer keinen Dispo hat, der kann auch schon ab unter 50 Euro Guthaben kleine Beträge abheben, ohne dass dafür eine extra Gebühr fällig wird.

Wie kann ich die Gebühren für kleine Beträge am Geldautomaten vermeiden?

Mittlerweile können wir in vielen Supermärkten Geld abheben. Das geht zum Beispiel bei Netto, Edeka, Rewe, Aldi oder Penny, wenn wir mit EC- oder Girokarte bezahlen. Ab 20 Euro Einkaufswert können wir uns beim Bezahlen noch zusätzlich Bargeld auszahlen lassen. Und zwar tatsächlich auch in kleineren Beträgen und auch ohne extra Gebühr.

Einige Banken bieten diesen Service sogar an, ohne dass wir in dem entsprechenden Geschäft einkaufen müssen. Die DKB ist da zum Beispiel dabei, die Online-Bank N26 oder einige Sparda-Banken. Hier brauchen wir noch nicht mal die Bankkarte. Es reicht die App der jeweiligen Bank. Da kann man eingeben, wie viel man Geld abheben möchte – zum Beispiel 13,25 Euro – die App generiert dann einen Strichcode, den der Verkäufer oder die Verkäuferin über die Kasse zieht. Und schon bekomme ich mein Geld ausbezahlt.

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Alexander Winkler
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