Das lange Wochenende bei Freunden verbringen: guter Plan. Aber: Es lauern Fettnäpfchen und Gefahren. Wie lange bleiben? Was ist ein angemessenes Gastgeschenk? Wie wörtlich darf man den Satz „Fühlt euch wie Zuhause“ nehmen?

Horst Hanisch hat den Getränke-Knigge, den Outfit-Knigge und den kleinen Gäste- und Gastgeber-Knigge geschrieben. Er hat Tipps, wie ihr als Haus-Gast bei Freunden alles richtig macht.

Wie lange sollte man bleiben?

„Drei Tage zusammen in einer Wohnung mit Freunden ist schon anstrengend.“ Da stimmt Horst Hanisch dem Spruch von Benjamin Franklin zu, einem der Gründerväter der USA: „Besuch ist wie Fisch. Nach drei Tagen fängt er an zu stinken.“

Freunden Geld anbieten – ein No-Go?

Wenn jemand bei einem anderen für ein paar Tage unterkommen möchte, muss er von demjenigen eingeladen werden. Wenn wir es mal ganz streng nehmen. Innerhalb einer Freundschaft ist so eine Leistung nicht mit Geld aufzuwiegen.

Welches Gastgeschenk ist angebracht?

Eine Flasche Wein vom Discounter für sechs Euro würde ich nicht empfehlen. Eher was aus der Region mitbringen, aus der der Gast kommt. Dabei spielt dann der materielle Wert keine so große Rolle. Und während der Besucher da ist, kann er ja mal sagen: „Ich hole die Brötchen, ich lade euch zum Eis ein.“ Oder man geht abends gemeinsam weg und der Gast übernimmt die Rechnung für alle. Ganz einfach.

Was heißt „Fühlt euch wie Zuhause“ wirklich?

Den Satz solltet ihr nicht zu ernst nehmen. Manchmal ist es zwar wirklich so gemeint. Aber es ist eher als Floskel zu sehen, als Hinweis: Ihr seid wirklich willkommen, ihr könnt theoretisch tun und lassen, was ihr wollt. Aber es gehört sich nicht, sich einfach zu nehmen, was man will. Also: Finger bei sich halten oder doch nochmal fragen!

Wieviel Freiraum ist nötig?

Freiräume muss es in beide Richtungen geben. Der Gastgeber darf nicht verpflichtet sein, dem Gast 24 Stunden am Tag zur Verfügung zu stehen. Und umgekehrt: Der Gast verschwindet einfach mal und drückt damit aus: Wenn ihr wollt, dann bleibt doch mal in diesem Moment für euch alleine.

Wie fragt man richtig?

„Wir kommen in eure Gegend. Könnt ihr uns ein gutes oder günstiges Hotel besorgen?“ Das ist ein guter Trick. Damit signalisiert ihr, dass ihr bereit seid, woanders unterzukommen. Aus der Antwort könnt ihr dann raushören, was der Gastgeber bereit ist zu tun. Ob er sagt, dass er sich drum kümmert oder ob er sagt: „Ihr könnt gerne bei uns übernachten.“ Und schon seid ihr eingeladen!