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Speisesalz ist lebenswichtig und seit Ewigkeiten nicht mehr aus unserer Küche wegzudenken: Ernährungsexpertin Sabine Schütze hat uns einiges über das weiße Gold verraten. Was du darüber wissen musst und wie wichtig es ist, dass du nicht zu viel Salz isst, erfährst du hier.

Salz: begehrt und wichtig für die Gesundheit

Ob zur Konservierung von Lebensmitteln, als früheres Handelsgut oder Zahlungsmittel, weshalb es zur Zeit der Römer auch als weißes Gold bezeichnet wird, oder einfach zum Würzen – Salz ist ein lebenswichtiges Gut, das unsere Speisen genießbar macht und eine bedeutende Rolle bei unserer Ernährung spielt. Doch welches Salz ist das gesündeste? Ernährungsexpertin Sabine Schütze meint: „Salz ist lebenswichtig. Es besteht aus Natriumchlorid: Das Natrium reguliert unseren Flüssigkeitshaushalt in den Zellen und Blutgefäßen, ebenso wie die Reizübertragung unserer Nerven und Muskeln. Und Chlorid brauchen wir für die Verdauung. Es ist deshalb völlig egal, welches Salz wir essen.“

Die Menge ist entscheidender als die Sorte

„Ganz anders sieht es allerdings mit der Menge aus. Da essen wir meist zu viel und zwar hauptsächlich über Fertiggerichte, wie Pizza und Doseneintöpfe. Und zu viel Salz führt über Bluthochdruck zu einem höheren Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Schon ein Drittel weniger Salz wäre für viele Menschen deutlich gesünder. Und das ist viel entscheidender, als die Salzsorte“, erklärt die Expertin.

Wie wichtig sind Jod und Fluor im Salz?

Sabine Schütze findet Jod absolut sinnvoll im Salz. „Denn nur aufgrund der Anreicherung ist Deutschland kein Jodmangelgebiet mehr. Ein Kropf am Hals, also eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse, gehört seitdem der Vergangenheit an. Trotzdem sind wir immer noch nicht ausreichend damit versorgt. Jodsalz ist deshalb geradezu ein Muss.“ Und wie sieht es mit Fluorid im Salz aus? Die Expertin meint, Fluorid im Salz ist eher ein Kann, weil wir in der Regel Zahncreme benutzen, in der bereits Fluorid enthalten ist. „Außerdem müssen wir uns bei beiden Zusätzen um Überdosierungen keine Sorgen machen.“

Mikroplastik im Meersalz

„Im als besonders wertvoll geltenden Fleur de Sel fanden Laboranten Mikroplastik, zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm. Gerechnet auf die paar Gramm, die wir verzehren, gelten die Mengen als gesundheitlich unbedenklich. Doch sie sind nicht die einzige Quelle, die Mikroplastik in unsere Körper schleust. Im Honig, Bier und Trinkwasser wurde auch schon Mikroplastik nachgewiesen“, meint Sabine Schütze.„Außerdem geben Toxikologen zu bedenken, dass Plastik wie ein Magnet organische Schadstoffe anzieht, wie DDT, Dioxine oder Schwermetalle. Diese nehmen wir mit dem Plastik auf. Jedes Jahr landen schätzungsweise zwischen sechs (UBA) und sieben (WWF) Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Die nachgewiesenen Kunststoffe im Salz sind erwartungsgemäß genau die, aus denen der typische Verpackungsmüll besteht: Polyethylen, Polypropylen und PET.“

Sind teure Gourmet-Sondersalze ihr Geld wert?

„Für die Hersteller auf jeden Fall“, meint Sabine Schütze. „Die verdienen damit nämlich richtig gut Geld. Schwarzes Lavasalz und persisches Blausalz kosten mal eben locker das Hundertfache, verglichen mit einfachem Speisesalz. Aber letztendlich sehen die hauptsächlich nett auf dem Butterbrot aus. Die viel beworbenen Mineralien und Spurenelemente machen trotzdem nur einen Bruchteil im Salz aus. Bei den an sich schon geringen Salzmengen, die wir essen, spielen die überhaupt keine Rolle. Und geschmackliche Unterschiede bilden wir uns auch nur ein. Die kann fast niemand wirklich schmecken. Meiner Meinung nach sind solche teuren Salze nichts weiter als extrem überteuerte Verlegenheitsgeschenke.“

Beim nächsten Salzkauf also lieber auf die inneren Werte im Salz achten als auf das äußere Erscheinungsbild – denn das kann bekanntlich täuschen.