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Nur kurz einkaufen, das Kind oder den Hund mal eben auf dem Parkplatz im Auto lassen? Nein! Denn selbst wenn es nur 28 Grad hat – das Auto erhitzt sich innerhalb von einer halben Stunde auf 44 Grad. Und das kann tödlich sein.

Es ist noch einmal richtig heiß in SWR3Land. Und wer einen Schokoriegel im Auto liegen gelassen hat, der wird ihn zehn Minuten später wahrscheinlich nicht mehr in seiner ursprünglichen Form zurückbekommen. Allein diese Beobachtung lässt vermuten, dass es im Auto sehr schnell heiß wird, selbst wenn bis gerade eben noch die Klimaanlage lief.

Draußen ist es heiß, im PKW ist es heißer

Was für den Schokoriegel schade ist, kann für Kinder oder Tiere unheimlich gefährlich werden. Sie dürfen auf keinen Fall im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für „nur fünf Minuten“. Denn die Hitzeentwicklung in einem PKW wird häufig unterschätzt.

  • Bei einer Außentemperatur von 30 Grad dauert es nur 30 Minuten, bis es im Auto 46 Grad hat, so eine Berechnung von bußgeldkatalog.org. Der ADAC hat ähnliche Temperaturmessungen gemacht und kam zu denselben Ergebnissen. Für Kinder oder ein Tier kann diese Temperatur tödlich sein.
  • Hat es draußen nur 20 Grad, erhitzt sich der Innenraum eines normalen, grauen PKW ebenfalls innerhalb von 60 Minuten auf 46 Grad.
So heiß wird es im Auto!; Foto: bußgeldkatalog.org / Collage: SWR3

Die Tabelle zeigt die Hitzeentwicklung bei unterschiedlichen Außentemperaturen in einem grauen PKW. Berechnet von bußgeldkatalog.org.

bußgeldkatalog.org / Collage: SWR3

Wer einen Hund hat, sollte wissen: Hunde können nicht schwitzen, so wie der Mensch. Sie regulieren ihre Körpertemperatur über das Hecheln und brauchen so sehr viel länger, um ihren Körper abzukühlen. Tierärzte sagen, bereits ab 40 Grad könne der Hund einen Hitzschlag kriegen. Steigt die Temperatur weiter, können die Eiweiße in ihrem Körper denaturieren – absolute Lebensgefahr!

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Bei Kleinkindern oder gar Babys gilt natürlich ebenfalls: Schon ein paar Minuten im geschlossenen PKW sind gefährlich, können den Kreislauf überlasten und zu einem Hitzschlag führen. Die meisten Eltern wissen das, dennoch kommt es immer wieder zu traurigen Zwischenfällen. Im Kreis Kaiserslautern hat die Polizei vor zwei Wochen ein acht Wochen altes Baby aus einem Auto befreit.

Fenster offen lassen hilft nicht!

Das Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft übrigens nicht: Auch wenn es einen kleinen Luftzug gibt, heizt sich das Auto schneller auf als es abkühlen könnte. Der ADAC hat bei einer Temperaturmessung im Innenraum des Fahrzeugs fast gar keinen Unterschied festgestellt – egal, ob das Auto ein geöffnetes Fenster hatte oder nicht.

Der Deutsche Tierschutzbund verlangt deshalb: Auch ein Tier muss aus dem Auto raus, sobald dieses abgestellt ist. Wer beobachtet, dass irgendwo ein Tier eingesperrt ist, solle umgehend die Polizei informieren.

Niemand lässt seine Hunde im Auto!?

Leider doch. Bereits zu Beginn dieses Sommers sind drei Hunde im rheinhessischen Hamm qualvoll verendet. Ihr Besitzer hatte sie in einem überhitzten Auto zurückgelassen. Gegen ihn hat die Berufstierrettung Rhein-Neckar Anzeige erstattet.

Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzrecht

Denn ein Tier im Auto zurückzulassen, ist keine kleine Sache. Wer das macht, verstößt gegen das Tierschutzrecht und kann angezeigt werden. Falls die Polizei einschreiten muss, weil Passanten einen eingesperrten Hund melden, muss außerdem der Polizeieinsatz gezahlt werden, wie vor Kurzem in Bingen bei Mainz.

Tipps für Frauchen und Herrchen

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Ganz generell sollten sich Tierbesitzer darüber im Klaren sein, was die Hitze auch für ihren Hund oder ihre Katze bedeutet. Bei hohen Temperaturen sollten sie besonders aufmerksam sein und darauf achten, dass es den Tieren gut geht.

  • Nicht in der Mittagshitze spazieren gehen. An besonders heißen Tagen auch wirklich erst nach Sonnenuntergang oder im Wald – insbesondere bei der Hitzewelle in diesem Sommer war es oft abends noch lange extrem heiß.
  • Frauchen oder Herrchen sollten das Fell der Tiere nicht zu kurz scheren. Die empfindliche Haut der Hunde neigt zu Sonnenbrand.
  • Darauf achten, dass die Tiere ausreichen Flüssigkeit bekommen und im Schatten liegen. Manchmal tun sie das nicht von alleine. Da darf man als Tierbesitzer auch mal nachhelfen.

Autor
Kira Urschinger
Autor
SWR3