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Man sitzt am Schreibtisch, hämmert in die Tastatur und neben einem ächzt und stöhnt ein Kollege? Am Fitnessschreibtisch der Zukunft kann man Sport machen – na gut, sich bewegen.

Die ISPO in München ist die größte Sportartikelmesse der Welt. Dort werden jedes Jahr die neusten Trends vorgestellt. In diesem Jahr könnte ein neuer Trend die sogenannten Office-Move-Geräte sein.

Office-Move-Geräte?

Das sind Laufbänder oder Ergometer, die unter Schreibtischen montiert sind. SWR3-Reporter Jürgen Klotz hat das für uns ausprobiert. Ist es der Sport der Zukunft, den wir bald ganz nebenbei während der Arbeit erleben? Na gut, die Bezeichnung Sport ist vielleicht ein bisschen übertrieben – Bewegung trifft es eher. Denn ein solches Laufband kann man nur mit maximal 6,5 km/h laufen lassen.

Sport? Eher Bewegung

Ulrich Kürschner hat ihn schon in seinem Büro stehen, den Fitnessschreibtisch der Zukunft. Das Laufband unter dem höhenverstellbaren Tisch lässt sich hochschalten wie ein Laufband im Fitnessstudio.

Ich benutzte das für alles. Beim Telefonieren ist es eigentlich am besten, da kann man einfach ein bisschen schneller gehen. Wenn ich am Laptop sitze und auf der Tastatur tippe, kann ich das ein bisschen langsamer stellen und dann geht das auch ganz gut.

Ulrich Kürschner

Büroarbeit gepaart mit Bewegung – viele Messebesucher bleiben stehen und schauen sich die Geräte an. Einige von ihnen auch kopfschüttelnd: „Arbeitende Kollegen im Büro? Einer schwitzt neben mir, ist laut und macht Geräusche? Das könnte auch störend sein.“

Sportwissenschaftler Ingo Froböse erzählte in der SWR3 Morningshow: „Ich habe das auch mal gemacht und versucht dabei zu tippen. Meine Fehlerquote war ziemlich groß. Aber irgendetwas muss dabei ja leiden, denn motorische Aktivitäten hemmen natürlich immer auch bestimmte Dinge in meiner Gehirnleistung, in meiner Kreativität, in meiner innovativen Fähigkeit. Das ist einfach so. Ich verliere auf jeden Fall in einem Sektor immer an Kompetenz oder an Effizienz.“

Der Tipp vom Experten:

Besser sei es, sich auf der Arbeit kurze Pausen zu nehmen, um sich zu bewegen. Dann komme mehr Sauerstoff ins Gehirn, die Durchblutung werde verbessert und dann könne man auch wieder besser arbeiten.

Wer keine Zeit für sportliche Pausen, bräuchte aber mindestens einen höhenverstellbaren Schreibtisch.

Es ist ja so, dass im Sitzen und im Stehen natürlich unterschiedliche Muskelgruppen aktiv werden. Wenn ich sitze, verbrenne ich pro Stunde ein Gramm Fett, wenn ich stehe bis zu drei und genau deswegen stehe ich.

Ingo Froböse

Bald auch im Klassenzimmer?

Erste Überlegungen gibt es übrigens auch schon, solche Geräte für das Klassenzimmer zu konstruieren. Dann könnten Schüler sich darauf im Unterricht bewegen. Der Schreibtisch mit Laufband im Büro kostet knapp 3.000 Euro.