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Seit diesem Jahr zahlen die Krankenkassen einen besseren Impfstoff gegen Grippe, den sogenannten 4-fach-Impfstoff. Damit sollen wir besser geschützt sein als bisher. Aber wie gut ist dieser neue Wirkstoff wirklich?

Die Grippewelle im letzten Jahr war besonders krass, das bestätigen die Berichte des Robert-Koch-Instituts (RKI). Im Winter von 2017 auf 2018 wurden rund neun Millionen Arztbesuche wegen Influenza registriert, zwei Millionen mehr als in anderen starken Grippesaisons. Dies ist ein Grund, warum die Krankenkassen nun einen neuen Wirkstoff unterstützen: Sie übernehmen die Kosten für den 4-fach-Impfstoff gegen Grippe. Das hat der gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitssystem, durchgesetzt.

Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden.

RKI-Präsident Lothar H. Wieler

1. Wie gut ist der neue 4-fach-Wirkstoff?

Der neue 4-fach-Impfstoff wirkt gegen mehr Virenstämme als die Impfung, die bislang standardmäßig verwendet wurde. Das macht die Impfung effektiver: Denn während der Grippewelle zirkulieren in der Regel verschiedene Virusvarianten. Die bisherige Impfung wirkte gegen drei Virenstämme, die 4-fach-Impfung gegen einen mehr. Diesen Stoff gibt es zwar schon seit einigen Jahren, er wurde aber eben nicht von den Kassen übernommen – den Vorzug haben oft Privatpatienten gehabt, denen der teurere Wirkstoff zur Verfügung gestellt wurde. Das hatte die Deutsche Stiftung für Patientenschutz kritisiert.

2. Wann bezahlen die Krankenkassen den neuen Impfstoff?

Allerdings zahlen die Krankenkassen nicht immer automatisch: Die Kassen halten sich, was die Kostenübernahme bei Risikogruppen angeht, in der Regel an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Bezahlt wird immer für Menschen über 60, für chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal.

Überblick: Wer sollte sich impfen lassen?

Eine Grippe ist insbesondere auch für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder eine ernstzunehmende Gefahr. Eine rechtzeitige Impfung ist deshalb ratsam.

Dr. Holger Maul, Chefarzt Geburtshilfe & Pränatalmedizin in Hamburg

Für Patienten außerhalb dieser Risikogruppen werden die Kosten durch die Krankenkassen auf freiwilliger Basis übernommen. Bedeutet für Nicht-Risiko-Patienten, die sich dennoch impfen lassen wollen: unbedingt bei der Krankenkasse nachfragen!

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3. Welche Nebenwirkungen hat der Impfstoff?

Die Impfung löst zunächst eine entzündliche Reaktion im Körper aus. Deswegen kann es – wie bei vielen Impfungen – an der Einstichstelle eine Rötung oder eine leichte Schwellung geben. Daneben seien aber schwere Nebenwirkungen nicht zu erwarten, bestätigen mehrere Experten. Das RKI ergänzt: In der Regel würden die meisten Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder abklingen.

4. Wie wirksam ist die Grippe-Impfung?

Bei einer sehr guten Übereinstimmung der zirkulierenden Influenza­Viren mit dem Impfstoff, wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung bis zu 80% beobachtet. Komplett darauf verlassen sollte man sich dennoch nicht: Die Zusammensetzung des Grippe-Impfstoffs wird jedes Jahr auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neu entwickelt. Das liegt daran, dass Viren sich über die Zeit verändern und andere Erreger unterwegs sind als vor ein paar Jahren. Nun ist es möglich, dass sich die Virenstämme auch nach der Entwicklung des Impfstoffs noch weiter verändern – deshalb kann man trotz Impfung immer noch eine Grippe erwischen und kann niemals von einem hundertprozentigen Schutz ausgehen.

Im Interview mit SWR3 haben die RKI-Experten jedoch betont, dass selbst bei einer ausbrechenden Grippe die Symptome weniger stark ausfallen würden, wenn man geimpft ist. Ebenso würde die Erkrankung oft schneller vorbeigehen. Einen schwächeren Krankheitsverlauf soll es auch bei normalen Erkältungen geben – eine Grippe-Impfung hilft also auch für eine stärkere Abwehr gegen weitere Herbst- und Winterkrankheiten.

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