Apollo ist fünf Jahre alt und geht in Tübingen zur Schule. Apollo ist ein Roboter, seine Schule ist das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. Seine Lehrer dort hoffen, dass er bald Reifen wechseln und Rasen mähen kann.

Apollo ist ein 250 Kilogramm schwerer, 1,70 Meter großer Roboter. Mit seinen Kameras und Sensoren, die auch in Spielkonsolen verwendet werden, kann er Gegenstände anvisieren und sie dann mit seinen überdimensional langen Armen und je drei Fingern greifen und woanders ablegen.

Roboter Apollo; Foto: SWR3 / Sarah-Luise Mayer

Dürfen wir vorstellen: das ist Apollo. 5 Jahre alt, 250 Kilo schwer.

SWR3 / Sarah-Luise Mayer

Lernen, selbst zu lernen

Jeanette Bohg ist Apollos Lehrerin. Jeden Tag versucht sie, ihm neue Dinge beizubringen. Als nächstes soll er auch unbekannte Objekte erkennen können – wie zum Beispiel eine Bohrmaschine oder Kaffeetasse. Und dann muss er auch wissen, wie man sie einsetzt – wie man ein Loch bohrt oder wie man einen Kaffee eingießt. Wichtig für diese Fähigkeiten, sind die Informationen, die Apollo über die Sensoren an seinen Händen bekommt – Welche Form hat der Gegenstand? Wie fest darf ich ihn drücken? – ähnlich wie das bei uns Menschen ist.

Das Schwierige am Unterricht mit Apollo: Er wird jeden Tag neu gestartet, weswegen er das Gelernte dann oft wieder vergessen hat. Das Ziel von Jeanette Bohg: Apollo soll lernen wie ein Mensch. Er soll lernen, selbst zu lernen: aus Erfahrungen, aus Fehlern. So wie Menschen das von klein auf tun. Genau diesen Prozess wollen die Wissenschaftler auf die Roboter übertragen.

Reifen wechseln, Rasen mähen, Kaffee bringen oder bei der Altenpflege helfen – Aufgaben, die ein Roboter wie Apollo einmal in Zukunft übernehmen könnte.

Apollo hat noch eine Schwester

Roboter Athena und  ihr „Lehrer“ Alexander Herzog; Foto: SWR3 / Sarah-Luise Mayer

Apollo hat noch eine Schwester: Athena. 1,80 m groß, 80 kg schwer, momentan ohne Kopf. Neben ihr ihr „Lehrer“ Alexander Herzog.

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Athena, ein anderer Roboter am Max-Planck-Institut in Tübingen, hat im Gegensatz zu Apollo starke Beine. Sie könnte in Katastrophengebieten, zum Beispiel in Fukushima, arbeiten. Dort wo Menschen nicht hinkommen, könnte sie Leitern hochklettern und ein Ventil zu- oder aufdrehen. Oder sie könnte einen Menschen aus einem eingestürzten Haus befreien. Oder Sie könnte eine vermisste Person auf unzugänglichem Gelände suchen.

Ersetzen uns Roboter bald?

Dass Roboter tatsächlich eines Tages uns Menschen ersetzen könnten, hält Wissenschaftlerin Jeanette Bohg für fast unmöglich. „Dafür sind Situationen und Umgebungen, wie ein Haushalt, eine Fabrik oder ein Altenheim, viel zu komplex. Mitdenken, verstehen, wann ein Fehler passiert ist und warum – das können Roboter einfach nicht, darin sind wir Menschen den Maschinen überlegen.“