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Tatort Freibad: Haufenweise Kot auf der Wiese, auf der Rutsche und am Beckenrand. Ein verzweifelter Bademeister hat ein tierisches Problem. Ihn plagen Nilgänse.

Auch wenn es draußen noch nicht sommerlich ist – die Freibäder machen sich schon bereit für die kommende Saison. Und kämpfen gegen eine Invasion: Die Invasion der Nilgänse. Die aus Afrika stammenden Vögel sind nämlich alles andere als stubenrein. Überall hinterlassen sie kleine grüne Haufen: Am Beckenrand, auf dem Rasen, auf dem Sprungturm und selbst auf der Rutsche.

Bademeister mit Hochdruckreiniger gegen Gänsekot

Im Schweicher Schwimmbad fährt Bademeister Horst Quari schwere Geschütze auf. Mit dem Hochdruckreiniger muss er inzwischen täglich den Gänsekot entfernen. Keine schöne Arbeit. Kaum ist die Kacke weg, geht's an anderer Stelle wieder von vorne los.

Wir haben resigniert. Die kommen täglich wieder. Es ist zum heulen.

Horst Quari, Bademeister in Schweich

Denn die kleinen grünen Haufen ätzen sich förmlich in Edelstahl- und Plastikplatten hinein und können bleibende Schäden hinterlassen. Für den Bademeister, der sich seit mehr als 40 Jahren um das Schwimmbad in Schweich kümmert, nur schwer zu ertragen.

Ich denke, da müsste was getan werden.

Horst Quari


schweich; Foto: SWR, Jana Hausmann

Horst Quari (l.) und sein Mitarbeiter kommen gegen die Hinterlassenschaften der Nilgänse nicht an.

SWR, Jana Hausmann

Nichts hilft

Selbst vom Lärm des Hochdruckreinigers oder einem Drachen in Raubvogel-Form, der bei Wind seine Kreise zieht, lassen sich die renitenten Tiere nicht vertreiben. Auch in anderen Städten kennt man das Problem.

Koblenz ließ die Nilgänse deshalb jagen, die Tierschutzorganisation Peta erstattete Anzeige. Die Kritiker argumentierten, mit der Jagd könnten Nilgänse nicht dauerhaft vertrieben werden. Vielmehr müssten betroffene Flächen für die Tiere unattraktiv gemacht und gleichzeitig Ausweichflächen zur Verfügung gestellt werden.

Kot kann Krankheiten übertragen

Koblenz hielt dagegen: Alle Versuche, die Gänse anders zu vertreiben, seien gescheitert. Außerdem gilt der Kot als gesundheitsschädlich. Die Staatsanwaltschaft entschied sich dafür, die Anzeige nicht weiter zu verfolgen.

Gans und Mensch schwimmen um die Wette

In Schweich ist man noch nicht so weit. Obwohl es schon Fälle gab, dass die Gänse ohne Scheu direkt neben den Badegästen im Wasser schwammen.

Die haben Hausverbot bei uns, aber sie halten sich nicht dran.

Wolfgang Deutsch, VG Schweich

Bademeister Quari hofft jetzt auf gutes Wetter in der kommenden Saison. Denn wenn viele Badegäste da seien, würden die Nilgänse zumindest kurzzeitig den Rückzug antreten.

Autor
Julia Lotz