Autor
Judith Schneider
Judith Schneider, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Tiere mitten in der Stadt und kaum einer bemerkt sie! Und nein, keine Ameisen oder Spatzen, sondern Hirsche an der Autobahn, Füchse auf einer Baustelle. Tierfotograf Sven Meurs findet sie und macht beeindruckende Fotos.

Wenn man denkt, dass es in einer großen Stadt nicht viele Tiere gibt, liegt man falsch! Jedes Tier, das man in einem Nationalpark oder im Wald findet, gebe es auch in der Stadt, sagt Tierfotograf Sven Meurs. „Überrascht haben mich besonders die großen Tiere, wie zum Beispiel Hirsche, die direkt an der Autobahn stehen, die Füchse, weil sie sehr clevere und wunderschöne Tiere sind, und natürlich auch Wildschweine.“

Tierfotograf; Foto: Sven Meurs
Sven Meurs

Immer mehr Tiere kommen

In der Stadt sei es einfach wärmer als im Umland, sagt Sven Meurs. „Deswegen kommen Papageien und deswegen können sich die Halsbandsittiche am Rhein so gut etablieren. Außerdem wird in der Stadt kaum gejagt und wenn, dann sehr selten. Die Tiere finden hier einfach ein unerschöpfliches Nahrungsangebot: mal liegen Grillreste rum, manchmal stehen Mülleimer offen. Das hat sowohl der Fuchs gelernt, aber auch der Fischreiher im Stuttgarter Rosensteinpark, der inzwischen weiß, dass es einfacher ist, Wurstreste zu essen, als Fische zu fangen.“

Tierfotograf; Foto: Sven Meurs
Sven Meurs

Tier gesucht, pinkelnden Mann gefunden

Seit 10 Jahren fotografiert Sven Meurs das 'wilde' Leben zwischen den Häusern. Bisher habe er noch nichts 'Gruseliges' erlebt, erzählt er. Bis er eines morgens auf der Lauer lag: „Ich hab mal mit meinem Tarnanzug im Gebüsch gesessen und da steuerte an einem Samstagmorgen um 5 Uhr jemand auf mich zu. Als er zwei bis drei Meter von mir entfernt war, hat er die Hose aufgemacht und wollte da in den Busch pinkeln und hat mich nicht gesehen. Da bin ich mit meinem Tarnanzug aus dem Gebüsch gesprungen – ich bin mir sicher, dass er nie wieder in seinem Leben draußen pinkeln geht.“

Wildes Leben in SWR3Land

Für wen bisher der Spatz das wildeste Erfolgserlebnis in puncto 'Tiere in der Stadt' war, könnte, laut Sven Meurs, hier erfolgreicher werden: In Köln erhascht man den ein oder anderen Blick auf Füchse. Stuttgart bietet Gelbkopfamazonen, Fischreiher und die größte innerstädtische Hasenpopulation in Deutschland an. In Heidelberg sind viele Halsbandsittiche zu Hause und in Düsseldorf kann man im Winter Eisvögel beobachten.