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WM-Rekordschütze Miroslav Klose: Er hat den WM-Pokal in den Kreml getragen, bei der Gruppenauslosung für 2018. Mit uns hat er vor seinem Abflug nach Russland gesprochen, über die große Ehre und ein Comeback auf dem Spielfeld.

Miroslav Klose; Foto: dpa / picture-alliance

Bescheiden am Spielfeldrand, leidenschaftlich auf dem Platz: So lieben die Deutschen den WM-Helden Miroslav Klose.

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Die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 stehen fest. Diskutiert mit uns über die Gruppengegner für Deutschland – Mexiko, Schweden und Südkorea, auf der SWR3-Facebookseite.

Pokal der WM 2014 geht zurück

Bei der Auslosung dabei war auch Ex-Nationalspieler Miroslav Klose. Der Salto-Rekordschütze hatte die Aufgabe, den WM-Pokal im Kreml zu präsentieren – ihn quasi wieder zurückzugeben, damit nächstes Jahr in Russland erneut darum gekämpft werden kann.

Für Klose eine Ehre, verknüpft mit Erinnerungen: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich der ganzen Welt diese Trophäe präsentieren kann, für die wir 2014 in Brasilien so hart gekämpft haben.“ Die nächste WM wird er auch wieder für Deutschland miterleben: als Co-Trainer im Team um Jogi Löw ist er dabei.

Nachhören: Miroslav Klose im Interview für die SWR3 Morningshow

Wir haben kurz vor seinem Abflug zur WM-Auslosung in Russland mit Miroslav Klose via Telefon gesprochen – und obwohl dort eine große Aufgabe auf ihn wartet, schien er gar nicht aufgeregt.

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2:29

Exklusiv-Interview

Miroslav Klose: „Ich werde den WM-Pokal nicht küssen“

Miroslav Klose: Es ist für mich eine leichte Aufgabe, ich sehe es als eine große eine Ehre. Und viel falsch machen kann man da nicht – also, man muss sich ein bisschen Muskeln antrainieren (lacht) und das habe ich gemacht... weil er doch schon recht schwer ist.

Anneta Politi: Küssen Sie den noch einmal oder haben Sie einen geheimen Matchplan für die Übergabe?

Klose: Nein, küssen nicht. Auch während dem Gewinn habe ich ihn nicht geküsst. Einen richtigen Matchplan habe ich auch nicht. Wir werden da geschult, gehen das auch in der Generalprobe nochmal durch. Dann sehe ich ja, was auf mich zukommt. Aber ich sehe das wirklich sehr entspannt.

Kemal Goga: Gehen wir mal kurz auf die Gruppenauslosung ein. Es geht ja um Peru, Iran, Panama. Die vermeintlich leichteste Gruppe. Wäre das was für uns oder doch lieber härter: mit Spanien, Senegal oder Japan?

Klose: Erstens, wir nehmen es, wie es kommt. Aber ich glaube, wenn ich früher die Turniere gesehen habe, dann muss man sagen: Weltmeister ist die Mannschaft geworden, die eine recht harte Gruppe hatte. Da ist man sofort drin – man muss von Anfang an gut spielen und deswegen wäre mir sowas eher lieber, dass wir ein oder zwei gute Mannschaften auch in der Gruppe haben.

Anneta: Eine WM ohne Klose können wir uns ja eigentlich gar nicht vorstellen und das müssen wir ja auch nicht! Sie wollen wieder mit zum Trainer-Team gehören. Wie soll die Rolle aussehen?

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Gibt's denn eine Chance, dass wir Miroslav Klose bei der nächsten WM noch einmal auf dem Spielfeld sehen?

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Klose: Ich gehöre ja schon seit über einem Jahr dazu, das ist fantastisch! Nicht nur, dass ich von den Top-Leuten lernen kann – wir haben ja die Nationalspieler auf dem Platz, das sind richtig, richtig super Jungs. Es macht Spaß, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Und meine Rolle interpretiere ich so: Ich habe den offensiven Bereich, also die Stürmer. Die anderen beiden Co-Trainer, Thomas Schneider und Marcus Sorg, haben Defensive und Mittelfeld – also, jeder hat einen Bereich. Und der Trainer, Jogi Löw, hat eben so den Überblick, hat alles im Blick. Und das macht wirklich Spaß. Fantastische Abstimmung, gute Atmosphäre. Wir kennen die Jungs, die sind richtig gut und ich hoffe, dass sie auf den Punkt dann auch fit sind und liefern können.

Kemal: Stellen wir uns mal vor: 90. Minute, Finale gegen Frankreich – es steht 0:1, wie kriegen Sie jetzt Jogi Löw dazu, dass er SIE noch einmal auf's Feld schickt? (lacht)

Klose: Oh! (lacht) Also, ich steh ja nicht unten am Spielfeld, ich sitze mit Marcus Sorg die erste Halbzeit oben auf der Tribüne. Um ein bisschen eine andere Perspektive zu haben, die Vogelperspektive. Da sieht man manche Sachen viel besser. Ja und das tragen wir dann in der Halbzeit dem Trainer zu und dann gehe ich wieder hoch auf die Tribüne. Es besteht also keine Möglichkeit, dass ich eingewechselt werde.

Kemal: Wir sehen Sie also auch nicht jubeln, wenn ein Tor fällt?

Klose: Jubeln schon, aber auf der Tribüne, nicht auf der Bank.

Danke für das Gespräch, Miroslav Klose.

Rückblick: Emotionaler Rücktritt des Salto-Stürmers

August 2014, Miroslav Klose trat aus der Nationalmannschaft zurück. Auch bei SWR3 haben wir über diesen emotionalen Rücktritt berichtet. Ein Posting der Woche von Gregor Glöckner in den SWR3 Topthemen am Mittag.

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3:04

SWR3 Topthemen am Mittag

Posting der Woche: Miroslav Klose hört auf

Fußball-Weltmeister in Brasilien: Das war geil!

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