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Wo lohnt sich das Sparen und wann ist das billigste Angebot nicht unbedingt das beste? In der SWR3 Vormittagsshow mit Nicola Müntefering hat Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen eure Fragen live im Radio beantwortet.

Nicola Müntefering: Verträge überprüfen und Angebote checken ist das eine. Vergleichsportale sind dann im nächsten Schritt eine beliebte Anlaufstelle. Aber können wir denen vertrauen, leben die von der Werbung oder von der Vermittlung?

Hermann-Josef Tenhagen: Die leben im Normalfall von der Vermittlung. Das heißt, die versuchen, einen neuen Vertrag zu verkaufen. Die Daten, die einem vor allem die großen Vergleichsportale ausgeben, die sind eigentlich ganz gut. Man muss nur aufpassen, dass man zu keinem kommt, der eine besonders hohe Provision zahlt. Das kann man ganz gut sehen: Die obersten Treffer sind zum Beispiel bei Check.de blau hinterlegt und das sind die, die nicht unbedingt am meisten für den Kunden bringen, sondern für die Plattform.

Nicola Müntefering: Eine Frage von Chris aus Kirchheimbolanden. Ich bekomme den Strom von den heimischen Stadtwerken, habe jetzt aber ein tolles Angebot in Vergleichsportalen gesehen von Stadtwerken in Norddeutschland. Da könnte ich ordentlich sparen. Zuschlagen oder lieber doch nicht?

Hermann-Josef Tenhagen: Also, da kann er ruhig zuschlagen. Diesen Strom aus Norddeutschland, den bekommt er ganz genau so. Und falls irgendwas mit dem Strom nicht klappt, dann sitzt er auch nicht im Dunkeln, sondern es fließt weiter Strom aus der Steckdose – von seinem alten Stadtwerk.

Nicola Müntefering: Simon aus Betzdorf fragt: Mobilfunkverträge gibt es mit Handy und die billigeren ohne Handy. Was ist schlauer?

Hermann-Josef Tenhagen: Normalerweise ist es günstiger, ein günstiges Handy und einen günstigen Vertrag separat zu kaufen. Es gibt eine Ausnahme: Wenn die Handys besonders teuer sind und man ein neues iphone oder ein sehr teures Samsung-Handy haben will, dann kann sich das mit einem günstigen Paket im Vertrag rechnen.

Nicola Müntefering: Conrad aus Baden-Baden mailt uns ins Studio: Man sollte nicht vergessen, dass hinter dem Preis auch eine Leistung steht. Ich selbst arbeite im Mobilfunk und erlebe es selbst, dass der Kunde alles billig haben will, aber trotz allem den vollen Service haben möchte. Muss denn wirklich immer alles billig sein?

Hermann-Josef Tenhagen: Es ist ganz sicher so, dass der Kunde auch immer die Leistung beachten sollte. Die Leute sind auch bereit, zum Beispiel für ein besseres Netz mehr Geld zu bezahlen. Sie sind auch bereit, für mehr Gigabyte Datenvolumen mehr Geld zu bezahlen. Und kostenlos kann ebenfalls niemand arbeiten, die Menschen müssen ja von irgendwas leben. Wenn wir bei unseren Vergleichen bei Finanztip die Anbieter unter die Lupe nehmen, da gibt es gerade im Bereich von Strom und Gas Anbieter, die haben so billige Preise, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Und die sortieren wir dann aus.

Nicola Müntefering: Finden Sie es okay, dem Händler im Geschäft Internetpreise auf dem Smartphone unter die Nase zu halten?

Hermann-Josef Tenhagen: Ja, ich finde das okay. Wenn ich den Händler gut finde, dann bin ich meistens bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen als den Internetpreis. Ich möchte aber nicht, dass der Händler mir einen Mondpreis andreht. Also, ich will nicht, dass der Händler von mir 300 Euro möchte, wenn ich etwas im Internet für 200 kriege. Wenn ich im Laden aber 215 Euro angeboten bekomme, dann ist das fair und dann bezahle ich das gerne da.

Die SWR3 Vormittagsshow mit allen Spartipps zum Nachhören

Autor
Kira Urschinger
Autor
SWR3