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Nie war der Hype um ein Veggieprodukt größer: Der fleischfreie Burger von Beyond Meat wurde jetzt von einer Discounter-Eigenmarke nachgebaut. Die wie Fleisch aussehenden Buletten heißen Next Level Burger und sollen genauso gut sein. Was steckt drin im Veggie-Burger? Und wo sind die Unterschiede?

Die Verpackung ähnelt dem Original, der Discounter ist derselbe.

Beyond Meat vs. Next Level Burger

Beide sind rein vegan und setzen auf pflanzliche Eiweiße statt auf Fleisch. Bei der Beyond-Meat-Burger-Bulette ist es das Erbsenprotein. Das ist zwar im Next-Level-Burger-Patty in geringeren Mengen auch drin – aber auch: Champignons, Weizen- und Sojaeiweiß. Diese Info ist vor allem für Menschen wichtig, die Weizen oder Soja nicht vertragen. Ansonsten aber sind beides Industrieprodukte mit einer ellenlangen Liste Zutaten, die helfen, dass das Ganze wie Fleisch rüberkommt: Raucharoma zum Beispiel, Verdickungsmittel und dann Rote-Bete-Saft, damit auch die vegane Bulette ein bisschen blutig aussieht.

Klimaverträglich: Ja – Nein?

Kritikpunkt bei Beyond Meat war, die Burger würden mit dem Schiff von den USA nach Europa transportiert. Discounter Lidl wirbt mit kürzeren Transportwegen, die CO2 einsparen – der Next-Level-Burger-Patty wird in Deutschland hergestellt. Klingt super, da stellt sich nur die Frage, woher die Zutaten für die Patties kommen. Dazu konnte Lidl zumindest kurzfristig nichts sagen.

Davon abgesehen dürfte eine pflanzliche Ernährung im Schnitt immer umweltfreundlicher sein als eine mit viel Fleisch. Man braucht viel weniger Fläche – und die Klimagase aus der Tierhaltung fallen auch weg. Klassische Burger sind ja meist aus Rindfleisch. Und gerade die Rinderhaltung schadet dem Klima massiv.

SWR3 testet Next Level Burger

SWR3-Reporter Kai Karsten isst seit zehn Jahren kein Fleisch und hat sich den neuen Next Level Burger gegönnt. In der SWR3-Vormittagsshow mit Nicola Müntefering erzählt er, wie es ihm geschmeckt hat.

Vegane Tops und Flops- Nicht alle Burger sind ein Hit; Foto: SWR3/KaiKarsten

Veggie-Burger-Hype Vegane Tops und Flops – Nicht alle Burger sind ein Hit

Dauer

SWR3 testet Beyond Meat

Unser SWR3-Reporter Raphael Pi Permantier hat den fleischlosen Burger Beyond Meat getestet und findet:

Auf einer Skala von eins bis zehn liegt er zwischen einer sieben und einer acht. Die Konsistenz stimmt, die Optik stimmt und auch der Geschmack kommt richtig nah dran an so ein Hackfleischburger-Patty.

Kaum gesünder als ein richtiger Burger

Pegane Ernährung wird gehandelt als der große Ernährungstrend für dieses Jahr. Pegan – das ist ein Mix aus Paleo-Ernährung und veganer Ernährung. Eigentlich kann man sagen: Man ernährt sich vegan und verzichtet zusätzlich auf alle verarbeiteten Lebensmittel. Aber: Fleisch und Fisch dürfen gegessen werden.

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Ein Blick auf die vollständige Liste der Inhaltsstoffe verrät: Hauptbestandteil der Bulette ist Wasser, noch vor Erbseneiweiß. Dazu kommen Rapsöl und raffiniertes Kokosnussöl. Letzteres enthält viele gesättigte Fettsäuren und ist daher nicht sonderlich gesund.

Daneben sind noch eine ganze Reihe weitere Zusatzstoffe enthalten, Stabilisatoren wie Gummi Arabicum etwa oder Geschmacksverstärker wie Hefeextrakt. Auch wenn üblicherweise Pflanzenprodukte für unseren Körper besser sind als Tierische: Wegen der vielen Zusatzstoffe sollte der Burger kaum gesünder sein als ein richtiger Hamburger.

Preis-Unterschiede

Den Hype um die Beyond-Meat-Burger lässt sich der Hersteller gut bezahlen: Zwei vegane Frikadellen verkauft Lidl für fünf Euro. Die Discounter-Eigenmarke gibt es im Zweierpack für 2,99 Euro – billiger, weil er qualitativ mit den Inhaltsstoffen nicht mithalten kann.

Was macht die Konkurrenz?

Die Konkurrenz schläft nicht – und es steigen immer mehr Player ins Geschäft ein. Zum Beispiel der Lebensmittelkonzern Nestlé. Mit dem Incredible Burger von Garden Gourmet ist er auch bei uns auf dem Markt. Den gibt’s in Supermärkten oder als Big Vegan TS bei Mc Donald’s.

Schon fast ein Pionier ist dagegen die Rügenwalder Mühle – ein Wursthersteller, der zunehmend auf Veggie- und vegane Alternativen setzt. Und das Kundeninteresse ist groß. Nach einer vorübergehenden Delle zieht die Nachfrage jetzt nämlich wieder an. Im ersten Halbjahr haben die Deutschen rund 12.500 Tonnen an vegetarischen oder veganen Hamburgern, Schnitzeln und Würstchen gekauft.