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Kira Urschinger
Kira Urschinger; Foto: SWR3 / Nadine Luft
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Du hast keine Lust, in diesem Jahr wieder kurz vor Heiligabend durch die überfüllte Stadt zu jagen, schnell Geschenke zu kaufen und beim Auspacken festzustellen, dass das irgendwie keine gute Wahl war? Wir bereiten dich vor, mit frühzeitigen Tipps für den Geschenkekauf.

Auf der Suche nach einem Geschenk? Die wichtigste Regel für Weihnachtsgeschenke: Es gibt keine. Niemand sollte sich gezwungen fühlen, Geschenke zu machen oder Geld für Weihnachten auszugeben. Es gibt genügend Familien, in denen es ganz ohne Tannenbaum oder jedenfalls mit der Vereinbarung, sich gegenseitig nichts zu schenken, super läuft.

Trotzdem sind (kleine) Geschenke natürlich eine schöne Art, jemandem zu zeigen, dass man ihn oder sie mag. Vielen Menschen ist eben die Tradition, an Weihnachten Geschenke zu machen, wichtig – für die Kinder, die ganze Familie oder unter Freunden. Und schließlich sollte es hier um die Beschenkten gehen: Ob ich selbst Geschenke wichtig finde oder nicht, ist eigentlich egal. Es zählt, ob der Andere sich darüber freut und gerne etwas hätte oder Geschenke ablehnt.

Wer gute Geschenke finden will, sollte zuhören

Wer ein passendes und persönliches Geschenk finden möchte, sollte vor allem eines: aufmerksam sein, beobachten, zuhören – ob an Weihnachten, für Geburtstage oder zu anderen Anlässen. Denn die meisten Menschen äußern irgendwann mal mehr oder weniger bewusst kleine Wünsche, erzählen von Dingen, die sie immer mal machen oder haben wollten oder von Lieblingsprodukten, die sie eigentlich total gern mögen, für den Alltag aber zu teuer finden.

Am besten ist es, nicht erst kurz vor Weihnachten auf solche Äußerungen zu warten, denn die Überraschung ist natürlich besonders groß, wenn man es schon längst vergessen hat, dass man im Sommer mal von einem Wunsch erzählt hat. Dafür ist es in diesem Jahr vielleicht etwas spät.

Liste mit Ideen und Wünschen für Geschenke

Aber generell kann man sich mal überlegen, eine Liste anzulegen für Wünsche. Ob analog oder digital, kann man da das ganze Jahr über Ideen reinschreiben und Wünsche, die jemand beiläufig erwähnt hat. So fällt der Druck, um die Weihnachtszeit herum noch schnell eine möglichst gute Idee zu haben. Denn mit Geschenkideen ist es wie mit allen Ideen: Man hat sie selten, wenn man sie jetzt sofort braucht.

Bei allen Geschenken gilt: Sie müssen sicher nicht teuer sein. Es ist eigentlich schon ein tolles Geschenk, wenn man damit zeigt, dass man zugehört hat, sich für den anderen interessiert und weiß, was er möchte. „Ach, das weißt du noch?“ – „Krass, das hab ich doch nur so nebenbei mal gesagt“ – „Woher hast du das gewusst?“, das sind doch die schönsten Sätze bei der Bescherung unterm Weihnachtsbaum.

7 Tipps für Geschenke an Weihnachten: günstig, kreativ, persönlich

Tipp 1: Erinnerungen – zum Beispiel mit Leinwand oder Fotobuch

Gerade in der besinnlichen Weihnachtszeit versuchen viele, ein wenig zur Ruhe zu kommen, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu besinnen und sich an schöne Momente zu erinnern. Eine tolle Geschenkidee für Menschen, die gerne unterwegs sind und viel erleben, sind Fotobücher, Leinwände oder ähnliche Fotogeschenke. Es muss ja nicht gleich ein Kopfkissenbezug mit dem Pärchenfoto aus dem Mallorca-Urlaub sein, aber mal ehrlich: Wer guckt sich schon die Fotos wirklich an, die wir digital machen und dann in irgendeinem Ordner auf dem Smartphone oder der Festplatte vor sich hingammeln lassen?

Fotos, die man wirklich anguckt, zum Anfassen, zum Rumschmökern – das ist die einfachste, eine sehr preisgünstige und immer personalisierte Art, einem geliebten Menschen besondere Momente und Erinnerungen zu schenken.

Tatsächlich sind Fotogeschenke sogar ein Geschenktipp mit Langzeitwirkung: Experten empfehlen als Anti-Stress-Tipp für den Alltag, sich schöne Fotos anzugucken. Der Blick dafür, was man schon für tolle Momente erlebt hat und sich an das gute Gefühl zu erinnern, könne einen in turbulenten Zeiten gut runterholen und entspannen. Eine gute Investition also und ein Geschenktipp, der nicht nur für Weihnachten gilt, sondern auch für jeden anderen Anlass – für Geburtstage, Hochzeitstage oder einfach mal als kleine Überraschung zwischendurch.

Tipp 2: Zeit – was man lange machen wollte und nie geschafft hat

Wovon haben wir immer zu wenig? Richtig, Zeit. Was ist das wertvollste, das wir in Menschen investieren können? Richtig, Zeit. Auch wenn Gutscheine ein mieses Image haben und regelmäßig auf den Listen der unbeliebtesten Geschenke stehen, kommt es doch darauf an, was man jemandem damit geben möchte. Vielleicht einfach mal nachdenken:

Was wolltest du schon immer mit einem Freund machen oder mit deiner Mama? Was hat irgendwie nie so richtig geklappt, weil einfach nie die Zeit dafür da war? Das müssen keine großen Sachen sein – vom Ski-Kurs zu zweit, über eine gemeinsame Shopping-Tour bis hin zu einem Spieleabend ist alles möglich.

Wichtig ist hier nicht, dass es teuer ist – es geht darum zu zeigen, dass man sich gegenseitig zuhört, dass man weiß, was man mit dem Anderen schon lange mal machen wollte und sich nun endlich die Zeit dafür nimmt, es auch wirklich in die Tat umzusetzen.

Tipp 3: Musik – nichts ist persönlicher und emotionaler als Musik

Es mag Leute geben, die keinen Sinn für Musik haben. Denen sollte man Geschenke, die irgendwas mit Playlisten oder Mixtapes zutun haben, möglichst ersparen. Für alle Anderen ist Musik aber sicher eines der emotionalsten Geschenke, das man machen kann:

Musik, die mich an dich erinnert. Songs, die wir zusammen gehört haben. Unser gemeinsamer Song in Endlosschleife auf einer CD für das alte Auto, in dem es keinen Anschluss fürs Smartphone gibt. Ein Konzertticket für die Band, die du schon so lange sehen wolltest. Deine Lieblingsschallplatte, von der du dachtest, dass es sie nirgends mehr zu kaufen gibt. Die besondere Live-Version, die du dir immer auf Youtube reinziehst. Eine Musik-Kassette, weil die wieder voll hip sind und du auf diesen Nostalgie-Kram total abfährst.

Musikgeschenke sind vielseitig, aber auf jeden Fall immer etwas außergewöhnliches, sehr persönlich – und auch für wenig Geld zu haben.

Tipp 4: Erlebnisse und Events – alles ist möglich

Es gibt diverse Anbieter, die Events anbieten, für die wir Gutscheine verschenken können. Von Kochkurs über Fallschirmsprung bis Rundfahrt im Rennwagen wird bei Erlebnisgeschenken alles geboten. Viele dieser Angebote sind sicher ein schönes Erlebnis, aber auch nicht unbedingt günstig. Bestimmt gibt es aber für jeden Geldbeutel – und ohne Event-Anbieter – viele tolle Erlebnisse dieser Art, über die sich jemand an Weihnachten freut. Damit schenkt man etwas, an das sich der Andere noch lange erinnern kann. Entweder, man geht selber mit oder schenkt den Eltern oder einem befreundeten Pärchen ein gemeinsames Event.

Besonders nett ist es natürlich, vorher mitzudenken, wie der Andere das organisieren kann. Für Eltern mit kleineren Kindern bietet es sich vielleicht an, die beiden zu einem schönen Abendessen zu schicken und gleichzeitig das Kindersitting zu schenken.

Tipp 5: Familiengeschenke – einen Wunsch gemeinsam erfüllen

Es geht nicht darum, dass Geschenke besonders teuer sein müssen. Aber klar, manchmal gibt es Wünsche, die ein bisschen teurer sind und vielleicht gerade deshalb schon lange im Raum stehen und nie erfüllt wurden. Dafür muss sich jetzt kein einzelner Schenker in den Bankrott treiben lassen. Vielleicht ist es ja eine Option, sich gemeinsam in der Familie abzusprechen, was man schenken möchte? Gerade bei Kindern kann das auch sinnvoll sein, damit die Kleinen nicht von hunderten von Geschenken überladen werden, sondern stattdessen eine wirklich schöne Sache geschenkt bekommen.

Der Haken: Es gibt Geldgeber und einen, der sich um alles kümmert. Auf dem lastet dann natürlich die ganze Organisation des gemeinsamen Geschenks – man kann aber auch jedes Jahr durchwechseln.

Eine zweite Variante der Familiengeschenke ist, dass alle in der Familie dasselbe bekommen und gemeinsam bezahlen: ein gemeinsamer Besuch bei einem Konzert zum Beispiel. So kann die Familie sich selbst beschenken, mal wieder in großer Runde etwas schönes gemeinsam unternehmen und niemand hat Stress, sich kreative Geschenke auszudenken.

Der Haken dabei ist klar: Man finde eine Familie, bei der sich von der Nichte bis zur Oma alle auf ein Konzert einigen können. Meistens wird es dann vermutlich also doch eher auf ein gemeinsames Essen rauslaufen. Das hat aber ja auch was.

Tipp 6: Jahresgeschenke – einmal im Jahr etwas schenken

Wer eine Familie hat, in der jeder einzeln schenken will, kann sich überlegen, vielleicht ein Jahresgeschenk zu machen. Also statt einer Kleinigkeit zu Weihnachten, zu Geburtstag und für zwischendurch einfach einmal im Jahr etwas wirklich Persönliches und Schönes ausdenken und dann ein Jahresgeschenk zu Weihnachten überreichen, das vielleicht auch ein bisschen mehr kosten darf. Das hat den Vorteil, dass man nicht so viele Geschenke über das Jahr machen muss und sich jedes Mal wieder fragt, was es denn diesmal sein soll. Ein guter Tipp für Geschenke-Muffel, denn eine Idee pro Jahr genügt.

Tipp 7: Spenden – Geschenke für die gute Sache

Spenden sind ein gutes Geschenk für Leute, denen andere Menschen und Schicksale am Herzen liegen. Das kann eine Spende für ein Tierheim sein, eine Menschenrechtsorganisation oder für Kinder, die in Armut leben müssen. Solche Geschenke eignen sich außerdem super für Menschen, die selbst sowieso schon so viel haben, dass sie gar nicht genau wissen, was sie eigentlich selbst noch brauchen. Da draußen gibt es genug Bedarf, also einfach mal eine Spende schenken.

Damit ist man auch sehr nah dran an dem, was Weihnachten eigentlich ausmacht – Nächstenliebe. Und: sich darauf zu besinnen, wie gut es einem selbst geht, was man hat und womit man anderen Menschen helfen kann, die es nicht so gut getroffen hat.

3 No-Gos bei Geschenkideen: Was du vielleicht besser nicht schenken solltest

Was man schenken sollte und was nicht, ist natürlich extrem individuell. Es gibt Leute, die freuen sich aus tiefstem Herzen über Socken, auch wenn die als absolutes No-Go gelten und regelmäßig auf den Geschenke-aus-der-Hölle-Listen auftauchen. Deshalb sind Warnungen davor, was man auf keinen Fall schenken sollte, mittelmäßig hilfreich. Es gibt aber doch ein paar Dinge, die man beim Geschenke aussuchen beachten kann.

No-Go 1: Geschenkekauf nach Rankinglisten und Studien

Frauen brauchen unbedingt ein Parfum und auf gar keinen Fall ein Küchengerät. Mag sein, dass das sogar auf die Mehrheit der Leute zutrifft. Aber: Wer garantiert, dass derjenige, den ich beschenken möchte, in die Statistik passt? Für absolut Ahnungslose mögen solche Studien helfen. Der bessere Tipp aber wäre, Rankings zu ignorieren, stattdessen lieber mal genau hinzuschauen: Wen will ich beschenken? Was ist das für ein Mensch? Da kommt man schon ganz schnell drauf, dass sich manche Leute total über ein Küchengerät freuen oder überhaupt nicht auf Parfum stehen.

Und darum geht's doch: Dass ein Geschenk zu diesem Menschen passt, nicht zum Durchschnitt oder der angeblichen Mehrheit in irgendwelchen Studien. Schließlich ist nichts schlimmer als ein Geschenk auszupacken und zu denken: Kennt der mich überhaupt?

No-Go 2: Unnötige Geschenke

Wer kurz vor Weihnachten noch durch die Geschäfte rennt und versucht, möglichst schnell ein Geschenk zu finden, landet eventuell bei einem Kann-man-machen-Geschenk, das zwar nicht viel Sinn erfüllt, aber doch irgendwie noch okay wirkt. Ganz ehrlich: Lass es. Niemand braucht Geschenke, die die Wohnung zumüllen oder bei der nächsten Weihnachtsfeier im Schrottwichteln landen. Dann doch lieber etwas Praktisches schenken – den Lieblingswein vielleicht. Das ist auch nicht der kreative Volltreffer, wird aber wenigstens genutzt werden und nicht nur als Staubfänger im Regal landen.

No-Go 3: Jedes Jahr dasselbe schenken

Es gibt Leute, die wünschen sich jedes Jahr dasselbe. Das ist okay, dann kann man ihnen das auch schenken. Wenn es aber nicht der ausdrückliche Wunsch ist, ist es schon ganz schön einfallslos, jedes Jahr mit demselben Geschenk um die Ecke zu kommen. Das zeigt: Mir ist schon wieder nichts eingefallen. Oder noch schlimmer: Ich hab schon wieder vergessen, was ich dir letztes Jahr geschenkt habe. Keine gute Idee.

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