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Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt, SWR3; Foto: SWR3/Alexander Winkler
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Ob Nüsse, Kräuter oder Obst – was irgendwo hängt oder wächst, lässt sich schnell in den Mund stecken. Doch darf man das? Wir sagen euch, wo Mundraub erlaubt ist und wo nicht.

Mundraub ist strafbar. Denn wer beim Spaziergang einen Apfel von einem fremden Baum pflückt, begeht Diebstahl. Und wenn das jeder macht, oder im großen Umfang ausgeübt wird, fügt man den betroffenen Obstbauern großen Schaden zu. Obstklau ist also kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. 

Apfel pflückend; Foto: Mundraub

Wer ungestraft selbst ernten will, muss sich informieren, wo das erlaubt ist.

Mundraub

Ein bisschen unglücklich gewählt ist deswegen der Name der Plattform Mundraub.org. Hier kann man Bäume finden, von denen man legal ernten darf – ohne des Diebstahls beschuldigt zu werden.

Hier kannst du deine Nachbarschaft essen

Brombeeren können zum Beispiel in der Kehler Straße in Karlsruhe gepflückt werden. Kirschen findet man in der Höhenrandstraße in Stuttgart Kaltental. Haselnüsse und Esskastanien gibt's in der Kurt-Schuhmacher-Straße in Kaiserslautern. Und in der Vogelsbergstraße in Mainz lassen sich Birnen sammeln.

Wer also kostenlos an Obst, Kräuter oder Nüsse dran kommen will, muss nur die jeweilige Adresse suchen und gucken, was es in der Umgebung so Essbares gibt.

Mundraub.org zeigt, wo man ernten darf; Foto: Screenshot Website Mundraub.org

Auf der Seite Mundraub.org kann man Obstbäume, -sträucher, Nüsse und Kräuter in seiner Umgebung finden, an denen man offiziell naschen darf.

Screenshot Website Mundraub.org

Laut Mundraub.org haben mehr als 62.000 User bereits weltweit – mit dem Schwerpunkt auf Europa und Deutschland – mehr als 48.500 Fundorte eingetragen. Die Regeln dafür lauten: Man muss sich sicher sein, dass beim Eintragen und/oder Ernten keine Eigentumsrechte verletzt werden. Vorsicht, sonst wäre es Diebstahl!

Nicht nur ernten, sondern auch pflegen

Außerdem soll nur für den Eigenbedarf gepflückt werden – körbeweise Obst abtransportieren, ist also nicht im Sinne des Erfinders. Und, zu guter letzt, wünscht sich die Plattform, dass man sich auch für die Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen einsetzt.

Weiße Bänder signalisieren: „Ernten erlaubt“

Pfullingen, eine Stadt in Baden-Württemberg, möchte auch, dass Obst nicht unnötig verrottet. Mit einem weißen Band können die Grundstücksbesitzer ihre Bäume markieren. Durch die Kennzeichnung wissen dann alle: Hier kann ich auf eigene Gefahr ernten.

Durch diese Kennzeichnung ist beiden Seiten gedient – dem Baumbesitzer, weil dadurch das Obst nicht verrottet – und genauso denjenigen, die sich an den markierten Bäumen bedienen können, wenn Sie Lust auf frisches Obst haben oder einen Kuchen backen wollen.

Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk

Wer also mehr Obst hat, als er selbst verzehren, verkochen oder verbacken kann – gibt es ab. Eine Aktion, die Pfullingen schon zum 7. Mal macht.

Nicht nur Obst for free, auch Wasser gibt's umsonst

Solche Karten gibt es aber nicht nur für Obst und Nüsse. Wer Durst hat und seine Trinkflasche auffüllen möchte, kann auf dieser Refill-Karte checken, wo er kostenloses Leitungswasser findet.

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Svenja Maria Hirt
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