Autor
Judith Schneider
Judith Schneider, SWR3; Foto: SWR3
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Über 2 Millionen Menschen haben sich bei Facebook verabredet, im September Area 51 zu stürmen, um Aliens zu suchen. Jetzt ist die Veranstaltung gelöscht. Das steckt dahinter.

Am 20. September sollte es laut einer Facebook-Veranstaltung soweit sein. Am Ende haben mehr als 2 Millionen Menschen online zugesagt, das militärische Sperrgebiet Area 51 zu stürmen, um Aliens zu sehen. „They Can't Stop All of Us“ stand im Titel der Veranstaltung. Der Feed dazu war geflutet mit mehr oder weniger ironischen Memes und selbstgezeichneten Plänen, wie man am besten auf das abgesperrte Gelände kommen.

Update: Veranstaltung plötzlich gelöscht

Es scheint, als hätte Facebook selbst die Veranstaltung gelöscht. Das legt ein Screenshot nahe, den der Ersteller der Veranstaltung bei Facebook gepostet hat. Die Begründung von Facebook: Inhalte, die im Feed der Veranstaltung gepostet wurden, verstießen gegen Standards der Community.

Das Event soll anfangs eher als Witz gedacht gewesen sein. Als sich so viele dafür interessierten, gab es aber Pläne, tatsächlich am 20. September ein Area-51-Festival zu veranstalten.

Das war der ursprüngliche der Plan

Im Beschreibungstext der Veranstaltung hieß es:

Englisch: „We will all meet up at the Area 51 Alien Center tourist attraction and coordinate our entry. If we naruto run, we can move faster than their bullets. Lets see them aliens.“
Deutsch: Wir treffen uns an der Touristenattraktion Alien Center und koordinieren, wie wir reinkommen. Wenn wir wie Naruto (eine japanische Mangafigur) rennen, sind wir schneller als die Kugeln. Lasst uns die Aliens sehen.“

Über 100.000 Likes bekommt ein User auf seinen Post, der erst einen detaillierten Plan zur Stürmung bekannt gibt, aber dann noch eine Botschaft an die Regierung hat. Es sei alles nur ein Scherz und er hätte nie vorgehabt, diesen Plan wirklich umzusetzen: „P.S. Hello US government, this is a joke, and I do not actually intend to go ahead with this plan. I just thought it would be funny and get me some thumbsy uppies on the internet“.

Aber wie realistisch ist es wirklich, dass jemand auf das Gelände kommt?

Die geheime Area 51

Eins ist zumindest sicher: Mal eben in die Area 51 reinzuspazieren ist unmöglich. Die Basis steht in einem militärischen Sperrgebiet, das im südlichen Nevada liegt. Die US-Regierung hielt seine Existenz lange geheim. Erst seit 2013 ist Area 51 von dem US-Geheimdienst CIA bestätigt. Auf dem 100km² großen Gebiet werden zum Beispiel Streitkräfte für die Air Force ausgebildet – Details werden aber nicht preisgegeben. Bestimmt auch ein Grund, warum es so viele Verschwörungstheorien darüber gibt. Besonders beliebt ist die Theorie über Aliens auf dem Gelände. Von Experimenten an konservierten Alien-Leichen bis hin zu mehreren fliegenden Untertassen findet man im Netz alles, was das Alien-Herz begehrt.

Das sagt die Regierung

Das US-Militär hat den Hype um die geplante Stürmung wohl auch mitbekommen. Laura McAndrews, Sprecherin der Air Force, sagte der Washington Post, es gebe keine speziellen Sicherheitsvorkehrungen, aber sie warne diejenigen, die ihr Glück versuchen wollen. Bisher ist unklar, ob und wenn ja wie viele Alien-Jäger versuchen werden, am 20. September auf das Gelände zu kommen.

Sie stecken dahinter

Erstellt wurde die Veranstaltung von drei Facebook-Seiten, die sich eigentlich um Musik, Gaming und Gags drehen. Ein kleiner Fabel für Aliens lässt sich bei der musikalischen Seite erkennen: „We also love anything weird or to do with Aliens.“ – „Wir lieben auch alles, was übernatürlich ist oder mit Aliens zu tun hat.“

Der große Erfolg blieb für zwei der drei Seiten eher aus. Nur die Gag-Seite hat immerhin über 62.000 Fans. Ist das Vorhaben auch nur ein Gag? Bisher haben sie es zumindest geschafft, dass viele Leute lustige Memes posten. Und wahrscheinlich sehen sie auf denen mehr Aliens, als am 20. September bei Area 51.

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Judith Schneider
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