Autor
Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt, SWR3; Foto: SWR3/Alexander Winkler
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Immer wieder hört man skurrile Geschichten, in welchen Fällen die Polizei gerufen wurde. Damit das nicht passiert: Hier gibt's Tipps, wann der Notruf gewählt werden sollte – und wann nicht.

Bundesweit ist die 110 und die 112 im Festnetzanschluss oder Mobil erreichbar. Wer dort anruft, landet in der jeweiligen Leitzentrale.

Wann sollte ich die 110 anrufen?

Die 110 ist der Polizei-Notruf. Ein Notfall ist allerdings ein subjektives Empfinden. Ich sollte die Polizei dann anrufen:

  • wenn ich selbst oder jemand anderes in Gefahr ist
  • wenn ich Zeuge einer Straftat oder einer sonstigen Notsituation werde
  • wenn ich eine Beobachtung mache, die von der Polizei überprüft werden soll
  • wenn ich Hinweise zu einer Fahndung geben kann.

Menschen mit einer Sprach- oder Hörbehinderung können eine SMS an die 01522 / 1 807 110 schreiben. Ein Fax an die 110 ist auch möglich.

Wer den Notruf missbraucht, macht sich strafbar – und kann deswegen im Gefängnis landen. Das steht auch im Strafgesetzbuch in Paragraph 145.

Unter dem Hashtag #NoNotruf erzählen Polizeidienststellen und andere User auf Twitter Geschichten, wann ein Notruf nicht hätte abgesetzt werden müssen. Im Netz kursieren aber auch immer wieder lustige Geschichten, die glimpflich ausgingen, aber definitiv nicht nachgeahmt werden sollten. In den USA zum Beispiel rief ein kleiner Junge den Notruf an, weil er bei seinen Mathehausaufgaben verzweifelte. In der Pfalz alarmierte ein Zwölfjähriger die Polizei, weil er nicht zum Zahnarzt wollte.

Die „normale“ Nummer der Polizei

Wenn ich mir nicht sicher bin, ob meine Situation schlimm genug ist, den Notruf zu wählen oder wenn ich zwar in keiner Notsituation stecke, aber trotzdem auf die Hilfe der Polizei angewiesen bin, dann kann ich auch einfach in der Zentrale der Polizei vor Ort anrufen.

Wann sollte ich die 112 anrufen?

Die 112 ist der Feuerwehr- oder Rettungsdienst-Notruf. Während die nicht medizinischen Notfälle im Idealfall über die 110 laufen, ruf ich die 112 an:

  • wenn ein schwerer Unfall passierte
  • jemand ohnmächtig oder bewusstlos ist
  • jemand Anzeichen für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hat
  • bei schweren Verbrennungen,
  • jemand sich vergiftet oder einen allergischen Schock hat.

Grundsätzlich: Die 112 gilt in ganz Europa.

Hier gibt's noch mehr Tipps, wie Hilfe im Notfall am besten und schnellsten geht.

Welche Fragen werden mir von der Notrufzentrale gestellt?

Die Beamten in der Rettungsstelle werden fragen: Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wann ist es passiert? Wie viele Menschen betrifft die Situation – oder wie viele Menschen sind verletzt? Und natürlich: Wer ruft an? Danach sollte ich auf mögliche Rückfragen warten und nicht einfach auflegen.

Diese Nummern sind auch noch wichtig

Wer sich krank fühlt, aber nicht zum Hausarzt kann und nicht die Notaufnahme im Krankenhaus belasten will, und auch keinen Krankenwagen rufen will, kann beim ärztlicher Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 anrufen. Der Bereitschaftsarzt schätzt die Situation ein und gibt hilfreiche Tipps.

Wer auf dem Heimweg ist und Angst hat, kann nachts das Heimweg-Telefon unter der Nummer 030 / 120 74 182 anrufen.

Außerdem:

Kinder- und Jugendtelefon: 116 111

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 / 116 016

Telefonseelsorge: 0800 / 1110111 oder 0800 / 1110222

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Svenja Maria Hirt
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