Cybermobbing, Onlineshopping, Filesharing – spezielle Rechtsschutzversicherungen sollen jetzt bei Ärger im Netz helfen. Aber was können die besser als eine normale Rechtsschutz?

Das Kind hat über das gemeinsame WLAN illegal Musik aus dem Netz runtergeladen und jetzt sollen die Eltern für den Schaden aufkommen. Das online gekaufte Auto hat leider nicht die in der Anzeige versprochenen Features. Auf den lustig gemeinten Spruch über den Chef auf Facebook folgt die Kündigung. Alles Fälle, in denen es sich lohnen könnte, eine Rechtsschutzversicherung zu haben, sollte es vor Gericht gehen.

Eigentlich schon alles in der „normalen“ Rechtsschutz

Aber: Nur in den wenigsten Fällen braucht man auch wirklich eine der jetzt neuen, speziellen Internet-Rechtsschutzversicherungen. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der Zeitschrift Finanztest, die sich drei der neuen Versicherungen gegen Internetärger angeschaut haben. Ihr Fazit: Viele der gebotenen Leistungen der Spezialversicherungen sind oft auch schon Teil einer „normalen“ Rechtsschutzversicherung. Vertragsrechtsschutz und, auch wenn es kaum einer weiß, Beleidigungsrechtsschutz sind da sowieso meistens schon drin. Wirklich neu ist allerdings der Rechtsschutz in Filesharing-Fällen, also wenn man illegal Filme oder Musik runtergeladen hat und von den Rechteinhabern abgemahnt wird. Da bekommt man dann, je nach Anbieter, bis zu 1000 Euro, um den Anwalt bezahlen zu können.

Kein Freibrief für Trolle

Auch neu ist in den Internet-Rechtsschutzversicherungen übrigens ein Strafrechtsschutz für den Fall, dass man selbst im Internet andere beleidigt haben soll. Allerdings gibt es da Einschränkungen. Wird man dann nämlich von einem Gericht tatsächlich wegen vorsätzlicher Beleidigung verurteilt, entfällt der Rechtsschutz nachträglich wieder und der Versicherer kann sein Geld zurückfordern. Das soll verhindern, das vorsätzliche Täter durch so eine Art von Versicherung in ihrem Handeln noch unterstützt werden.