Deutschlands wohl beliebtester Finne hat in SWR3 Popup mit uns über die Lust auf seine neue Tour gesprochen und erzählt, warum er eigentlich mit dem Rauchen aufgehört hat.

Samu Haber war schon öfter bei SWR3 zu Gast und hat auch schon unplugged für uns gespielt. Diesmal hat er zum Start seines neuen Albums mit Sebastian Müller in Popup gesprochen.

Samu Haber bei SWR3; Foto: SWR3.de
12:00

SWR3 Interview

Samu Haber im Interview bei SWR3

Sebastian Müller: Hallo Samu Haber!

Samu Haber: Hallo! Wie geht's Dir?

Sebastian Müller: Gut, danke. Wie geht es Dir, bist Du noch rauchfrei?

Samu Haber: Yes, Sir!

Seit sechs Wochen jetzt?

Oh, ich müsste nachgucken. Ich muss das nicht mehr zählen, denn jetzt wird es so bleiben. Also, Du weißt es natürlich nie sicher – aber ich habe da ein sehr gutes Gefühl. Ich mag dieses neue Leben. Danke, liebes Universum!

Samu Haber; Foto: dpa

So lieben ihn die Fans: der charmante Finne ist zurück!

dpa

Wie hast Du das gemacht, mit dem Rauchen aufzuhören?

Ich hab's schon oft versucht, vielleicht 15 Mal. Immer so am zweiten oder dritten Tag bin ich dann eingebrochen und habe wieder angefangen. Meistens, wenn ich ein Bier in der Hand hatte oder eine Menge Stress oder wenn eine große Show anstand. Diesmal ist es einfach so passiert. Ich habe eine TV-Show in Helsinki gemacht und war backstage in der Umkleidekabine. Und ich dachte: Hey, jetzt gehst Du eine Rauchen. Und im gleichen Moment kam der Gedanke: So ein Mist! Ich hab die Kippe weggeworfen und hab mir gesagt: Ich werde nie wieder rauchen.

So einfach ist es?

Ja. Ich weiß nicht genau, was es war, aber irgendwas ist mit mir passiert. Es stinkt und es ist ungesund und es bringt mich um. Ich war's einfach leid, diese Situation zu erleben, in denen Rauchen doof ist. Du weißt schon, Du gehst in ein Shopping-Center und steigst in den Fahrstuhl ein und da hast Du gleich im Kopf – oh Gott, ich muss so stinken... Ähnlich ging's mir, wenn ich jemanden umarmen wollte oder.. ich wollte einfach nicht mehr riechen wie Scheiße.

Hast Du zugenommen?

Nein. Aber ich habe auch viel Sport gemacht. Gestern Nacht hab ich zum Beispiel rund 35 Interviews gehabt. Ich war so gegen sieben Uhr zurück im Hotel und dann bin ich ins Fitnessstudio gegangen. Also, bislang habe ich noch nicht zugenommen. Vielleicht haut's mich auf der Tour dann richtig rein, ich weiß es nicht. Aber ich hab keine fiesen Gelüste nach Schokolade oder so. Das haben ja viele Leute, die essen dann plötzlich mehr Süßigkeiten. Da gehöre ich nicht dazu.

Ich hasse Dich. Du magst keine Schokolade? (lacht)

(lacht) Ich liebe Schokolade! Aber ich fang nicht plötzlich an, noch mehr Schokolade zu essen.

Hat sich das auf Deine Stimme ausgewirkt, dass nicht mehr rauchst?

Die ersten zwei Wochen konnte ich gar nicht singen. Ich habe wirklich Angst davor gehabt, was da mit meiner Stimme passiert. Aber ich habe mit Experten gesprochen und die haben gesagt, dass das etwa zwei bis drei Wochen dauert bis der Körper kapiert, dass da kein Gift mehr ist. Und jetzt ist das alles wirklich wieder gut. Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Kraft habe als vorher.

Du singst ja manchmal echt richtig tief. Auch im Song Afterglow...

Wir haben das aufgenommen, da habe ich noch geraucht. Aber ich kann das bestimmt ohne Zigaretten immer noch. Sehen wir dann auf der Tour, die am Mittwoch beginnt. Aber ich denke, es ist einfach besser, nicht zu rauchen.

Afterglow ist ja mein Lieblingssong vom neuen Album Heartbreak Century.

Ich liebe Dich, den mag ich auch total. Es geht so um das Nachglimmen nach einem großen Hype, einer krassen Party, vielleicht einem Trip. Der Afterglow ist sogar ein bisschen schmerzhaft, der Schock danach. Ich habe dabei an eine Beziehung gedacht. Das Ende einer Beziehung und dann liegt der Typ auf dem Boden und leidet.

Samu Haber bei SWR3; Foto: SWR3.de

Samu Haber war schon öfter bei uns zu Gast und ist immer für einen Spaß zu haben.

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I help you hate me, so heißt ein weiterer neuer Song von Dir. Wer sollte Dich hassen?

Hoffnungsvoll niemand. Ich liebe die ganze Welt. Aber vermutlich wird es jemanden geben. Ich will's gar nicht wissen... Aber der Song ist erstmal an niemand Bestimmtes gerichtet. Ich hab ihn einfach geschrieben, zusammen mit meinem Freund Viktor. In Schweden, letzten Sommer. Und es war einfach nur eine verrückte Idee davon, wie das ist, wenn Du aufbrichst und jemanden verlässt... und dann versuchst Du, es demjenigen leicht zu machen. So funktioniert es vermutlich aber nicht im echten Leben.

Du hast eine ganze Menge gemacht in den letzten vier Jahren. Reisen, Musik, Du bist in Jurys im Fernsehen gewesen. Sonst noch was?

Nö, viel mehr brauche ich nicht. Ich lebe ein nettes, einfaches Leben. Musik machen, im Fernsehen sein, mit anderen Künstlern arbeiten und die unterstützen – ja und dann habe ich noch ein Privatleben. Mehr brauche ich nicht.

Du hast immerhin 100 Songs geschrieben für das neue Album! Zwölf haben es auf das Album geschafft.

Da kannst Du Dir vorstellen, wie mies manche Songs sind... (lacht)

Manche sagen, einige Songs klingen wie Schlager.

Vielleicht ist das so. Pop und Rock und Folk und Schlager – irgendwie ist alles drin.

Jetzt steht also die Tour an, Du freust Dich. Aber gibt's da auch einen Lieblingsort für Dich, wenn Du so viel unterwegs bist?

Helsinki. Absolut. Das ist meine Heimat. Ich denke, je mehr Du reist und weg bist, desto mehr liebst Du es, wenn Du heim kommst. Meine wirklich echten Freunde sind da, diese Jungs vom Eishockey, meine Familie und mein Haus. Ich liebe das und ich bin wirklich ein glücklicher Mensch, da ein Zuhause zu haben.

In Helsinki ist es ja auch oft kalt. Was machst Du gegen Erkältung?

Ich geh zum Flughafen in Helsinki und fliege richtig weit weg! Das ist das Beste. Aber ernsthaft: Bei so kaltem Wetter ziehe ich mir richtig warme Klamotten an und das ist toll. Dann warm angezogen rausgehen und sagen: Kalter Wetter, komm her!

Trinkst Du Tee oder sowas, wenn Du mal erkältet bist?

Ja, Kamillentee mit Ingwer. Honig rein. Und vielleicht sogar Knoblauch. Nicht gerade morgens, aber hey: Wenn Du krank bist, liegst Du ja eh nur im Bett rum. Aber ich hoffe, ich werde nicht krank. Ab und an ins Fitnessstudio gehen und so, drei bis viermal die Woche. Und, da sind wir wieder beim Rauchen: Nichts ist gesünder als damit aufgehört zu haben.