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Sorge um Jan Hofer: Offenbar hat ein verschleppter grippaler Infekt dazu geführt, dass der Tagesschau-Sprecher Jan Hofer in seiner Sendung auffällig angeschlagen auftrat. Darauf sollte man achten, wenn man krank ist.

Viele Zuschauer haben sich Sorgen gemacht nach dem Auftritt des Tagesschau-Chefsprechers am Donnerstagabend. Jan Hofer gab nach dem Abbruch seiner Moderation am Donnerstagabend Entwarnung: Er sei in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf durchgecheckt worden und habe keine Auffälligkeiten gezeigt, schrieb Hofer bei Twitter. Er nehme an, dass er ein Medikament nicht vertragen habe, das er wegen einer verschleppten Grippe nehmen müsse.

Es scheinen in diesem speziellen Fall also zwei Faktoren zusammengekommen zu sein: erstens ein verschleppter grippaler Infekt, zweitens eine Medikamentenunverträglichkeit. Ganz grundsätzlich aber kann jeder von uns eine Erkrankung verschleppen, Mediziner warnen vor zu kurzen Ruhezeiten und davor, „fast gesund“ wieder in Belastungssituationen zu gehen – also beispielsweise Sport zu treiben oder zu arbeiten.

Wie geht es Jan Hofer jetzt? Zum Blog der Tagesschau

Krankheitsfälle steigen: Grippewelle 2019 hält weiter an

Das betrifft gerade Viele, denn die Grippewelle in diesem Jahr hält weiter an: Die Zahl der Influenzaerkrankungen nimmt weiterhin zu. In der dritten Februarwoche wurden rund 23.900 bestätigte Krankheitsfälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. Das war der höchste Wert der Grippewelle dieses Jahr in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr verläuft die Welle aber deutlich milder.

SWR3-Wissenschaftsexpertin Ulrike Till erklärt für die SWR3 Topthemen am Mittag: „Eine echte Grippe lässt sich kaum verschleppen – da ist man mit hohem Fieber tagelang ans Bett gefesselt.“ Wer also eine echte Grippe erwischt, der ist dazu gezwungen, sich auszukurieren, weil der Körper die Notbremse zieht. Anders sieht es bei Erkältungen und einem grippalen Infekt aus: „Da ist man zwar dick erkältet und angeschlagen, kann aber vor die Tür und theoretisch auch bald wieder arbeiten gehen.“ An diesem Punkt starten viele Menschen wohl zu schnell wieder in den Alltag, während der Körper sich eigentlich noch regenerieren muss.

Genau das hat nach Einschätzung der Wissenschaftsexpertin vermutlich Tagesschau-Sprecher Jan Hofer getan: sich nicht richtig auskuriert und zu früh wieder angefangen zu arbeiten.

Eine Krankheit zu verschleppen kann das Herz schädigen

„Das kann gefährliche Folgen haben: Eine verschleppte Erkältung kann zu Bronchitis bis hin zur Lungenentzündung führen. Manchmal gelangen Erkältungsviren übers Blut auch bis ins Gehirn und lösen eine Hirnhautentzündung aus.“ Die Warnung der Expertin: Wer sich mit einer starken Erkältung nicht schont, kann dauerhaft das Herz massiv schädigen: „Oft merkt man das gar nicht, weil eine Entzündung des Herzmuskels ähnliche Symptome hervorruft wie eine Grippe. Wenn man Pech hat, pumpt das Herz danach aber dauerhaft schwächer.“

Mediziner warnen deshalb bei einem grippalen Infekt vor jeder Form von Anstrengung und raten bei Fieber zu strikter Bettruhe. „Wenn die Erkältung nach sieben bis zehn Tagen immer noch nicht besser ist, sollte man unbedingt zum Arzt – und auf gar keinen Fall angeschlagen zur Arbeit. Damit riskiert man die eigene Gesundheit – und die der Kollegen gleich mit“, so der Appell der Wissenschaftsexpertin.

3 Tipps gegen Grippe: So kannst du dich schützen

Tipp 1: sich gegen Grippe impfen lassen

Mediziner raten, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Vor allem dann, wenn man zu einer Risikogruppe gehört – beispielsweise älter oder sehr anfällig ist. Die Grippeschutzimpfung kann entweder vor der Erkrankung schützen oder den Verlauf erleichtern. Erkältungen könnten beispielsweise schneller und weniger schlimm vorbeigehen, wenn man geimpft ist.

Für diese Risikogruppen werden Impfungen dringend empfohlen

Tipp 2: gründlich Hände waschen

Hände waschen, mit Seife und bestenfalls auch zwischendurch mit Desinfektionsmittel. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, raten manche Experten auch dazu, in der Grippezeit auf das Händeschütteln zu verzichten. Ob das unhöflich ist, muss jeder selbst entscheiden.

Tipp 3: Immunsystem stärken

Es schützt einen natürlich nicht vor jeder Krankheit, aber das Immunsystem ist dafür zuständig, Erreger schnell wieder aus dem Körper zu befördern und da kann es helfen, bewusst darauf zu achten: viel Bewegung, frische Luft, gesunde Ernährung. Insbesondere wer weiß, dass er ein bisschen anfällig ist, kann sich damit etwas Gutes tun.

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Wer die Grippe schon hat, dem hilft eigentlich nur noch eins: Bettruhe. Und zwar wirklich, bis man wieder fit ist. Derweil schonen und viel, viel trinken.