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Jakob Reifenberger
Jakob Reifenberger; Foto: Jakob Reifenberger
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Dubiose Behandlungen, die zum Beispiel schwule Männer zu heterosexuellen Männern „umwandeln“ sollen, sind in Deutschland bisher: erlaubt! Ja, wirklich. Diese sogenannten Konversionstherapien sind so umstritten, dass sie Bundesgesundheitsminister Spahn verbieten will.

Noch vor der Sommerpause werde er das Gespräch mit dem Bundesjustizministerium suchen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag bei der Vorstellung eines Gutachtens zu dem Thema. Auch ein entsprechender Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Von den Parteien im Bundestag erhielt Spahn breite Unterstützung. Die von ihm eingesetzte Kommission habe gute Lösungsansätze aufgezeigt, wie ein Verbot dieser Therapien geregelt werden könne, so Spahn weiter.

Wer sich dann nicht dran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, unter Umständen gibt es auch eine strafrechtliche Verfolgung.

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Was sind Konversionstherapien?

Bei diesen Therapien geht es grob gesagt darum, dass Therapeuten behaupten, sie könnten Menschen, die zum Beispiel schwul oder lesbisch sind, „umwandeln“. Heterosexuell machen. Das geht zurück auf die Theorie, dass Homosexualität angeblich eine Art Krankheit sein soll, die man wie eine psychische Störung therapieren kann.

Ist Homosexualität angeboren oder nicht?

Homosexualität ist keine Krankheit

Das ist Unsinn, sagen Wissenschaftler. Unter anderem stellt die Weltgesundheitsorganisation WHO ganz klar fest: Homosexualität ist keine Krankheit, und was keine Krankheit ist, das soll man auch nicht behandeln. Und die WHO und viele andere Forscherinnen oder Ärzte warnen davor: Wer zu so einer dubiosen Konversionstherapie geht, für den kann das psychisch belastend sein. Die Folgen sind sehr individuell, Betroffene berichten aber zum Beispiel sogar von Selbstmordgedanken.