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Kira Urschinger
Kira Urschinger; Foto: SWR3 / Nadine Luft
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Der Mensch vermüllt den Planeten – das bewegt immer mehr Leute dazu, aufzuräumen. Müllsammel-Aktionen sind mittlerweile zum Trend geworden. Wir zeigen euch fünf besonders kreative Ideen, die mehr oder weniger gut funktioniert haben.

1. Recycling-Aktion: Kippen einsammeln in Köln

Zigarettenkippen sind ein großes Umweltproblem – wegen des Kunststofffilters, aber vor allem wegen der giftigen Inhaltsstoffe, die nicht in der Natur landen sollten. Experten schätzen, dass rund 4,5 Billionen Kippen jährlich in der Natur landen.

In Köln geht ein Mann dagegen vor: Mario Marella ist Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Tobacycle. Seit rund zwei Jahren gibt es diesen Verein. Er sammelt selbst Zigarettenkippen ein, hat mittlerweile aber auch Annahmestellen, bei denen jeder eingesammelten Zigarettenmüll abgegeben kann. Marella kümmert sich dann ums Recycling.

Nach eigenen Angaben hat er bereits rund 2,6 Tonnen Kunststoff-Stummel wiederverwertet. Selbst große Unternehmen und Unikliniken unterstützten die Aktion. Ein System, das jedenfalls in Köln schon ganz gut zu funktionieren scheint – auch wenn es natürlich ärgerlich bleibt, dass so viele Kippen überhaupt auf der Straße oder in der Umwelt landen.

Zum Kippen-Sammeln gibt es inzwischen auch einen Netztrend: #fillthebottle. Die Aktion ist in Frankreich gestartet, inzwischen haben Freiwillige aber auch schon in Kehl und Freiburg bei der Aktion #fillthebottle mitgemacht und dabei Tausende Kippen in Flaschen eingesammelt.

2. Schwimmen im Müllstrudel: 550 Kilometer für das Umweltbewusstsein

Um auf die Vermüllung der Meere hinzuweisen, will ein Franzose diesen Sommer von Hawaii nach Kalifornien schwimmen. 550 Kilometer ist die Strecke insgesamt lang, dabei passiert er auch den Müllstrudel „Great Pacific Garbage Patch“. Der 52-Jährige Ben Lecomte plant, drei Monate lang unterwegs zu sein.

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Es geht aber nicht nur um Aufmerksamkeit: Der Schwimmer sammelt unterwegs Daten rund um den Müll im Meer für die Forschung. Das Ziel: insbesondere den Weg des Plastiks im Wasser besser zu verstehen.

Die Tour, die unter dem Projekt The Vortex Swim läuft, kann man online verfolgen. Mit dabei ist übrigens auch Joshua Munoz, bekannt als Schauspieler aus Marvels Film Aquaman.

3. Festival-Aktion bei Wacken: Räum auf, poste und gewinne!

Festivals sind ein riesen Spaß, aber auch ein enormes Müllproblem. Wenn die Partymeute abzieht, bleibt oft eine ganze Menge Dreck zurück. Bei Wacken haben sich die Veranstalter Gedanken darüber gemacht, wie sie die Menschen dazu animieren können, ihren Müll wegzuräumen. Zwischen den Auftritten der Bands blendeten sie auf den Leinwänden ein, man solle den „heiligen Boden“ sauber halten, ein Foto von sich beim Müll wegräumen unter #GreenWacken posten und könne damit etwas gewinnen. Klingt nach einem Anreiz und einige Festivalbesucher fühlten sich animiert:

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Insgesamt war die Aktion aber wohl eher mittelmäßig erfolgreich, wenn man sich die Bilder der Veranstalter anschaut, die sie nach dem Festival gepostet haben:

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4. Plogging: Müll sammeln und Sport machen

Diese Idee hat es bereits in den Mainstream geschafft: Viele Menschen treffen sich immer wieder zum sogenannten Plogging. Einem Mix aus Joggen und Müll aufsammeln. Auch SWR3-Hörer rufen uns an und berichten von ihren sportlich-umweltfreundlichen Ausflügen im Radio. SWR3Land ist also voll dabei, entstanden ist der Trend aber in Schweden. Bereits 2016 trommelten die Initiatoren in den sozialen Medien und verbreiteten ihre Idee, die mittlerweile weltweit ein Thema ist.

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5. Küstenlotterie: Strand aufräumen und gewinnen

Die Idee kommt aus Norwegen und ist dort erfolgreich. Die Partei Die Linke will sie auch für Mecklenburg-Vorpommern übernehmen. Das Prinzip ist einfach: Wer mitmachen will, kriegt eine Tüte mit einer Nummer – so eine Art Startnummer, wie beim Stadtlauf. Dann zieht man los, sammelt Müll am Strand ein und bringt die vollgeladene Tüte zurück. Am Ende wird eine Nummer gezogen, wer die auf seinem vollen Müllbeutel hat, gewinnt einen Preis.

Beim norwegischen Vorbild gab es als Hauptpreis letztes Jahr eine Schiffsreise für vier Personen zu gewinnen – und nein, es war kein Kreuzfahrtschiff... Seit dem Start der Aktion sind laut dem Vorsitzenden der norwegischen Küstenlotterie bereits 30.000 Säcke Plastikmüll gesammelt worden. Vielleicht wäre das ja auch etwas für den Bodensee, die Dreisam in Freiburg oder den Silbersee bei Bobenheim-Roxheim?

6. Die #TrashTagChallenge: beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder

Die Challenge bei Twitter und Instagram, bei der Menschen in aller Welt Müll aufräumen, gibt's schon länger. Unter dem Hashtag #TrashTagChallenge posten User Vorher-Nachher-Bilder und appellieren damit an das Umweltbewusstsein: Räumt euren eigenen Müll auf, aber auch den von anderen. Denn SO sollte unser Planet wirklich nicht aussehen. Mehr zur TrashTagChallenge gibt es hier.

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Kira Urschinger
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Sara Talmon
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SWR3