Ohne es den Kunden vorher mitzuteilen, hat Apple per Update dafür gesorgt, dass Geräte langsamer arbeiten, wenn der Akku nicht mehr die volle Leistung bringt. Was mach ich jetzt mit meinem alten Hobel aus 2015?!

Nur zwei Jahre alte iPhones brauchen plötzlich ewig, um Facebook, Whatsapp oder einfach nur die Fotoapp zu starten. „Was ist das los?“, fragen sich die Benutzer seit Jahren. In vielen Apple-Userforen gibt es die Überzeugung: Das macht Apple absichtlich, um so die Apple-Abhängigen vom Kauf eines neuen iPhones zu überzeugen.

Nach 500 Ladezyklen wird das Gerät langsamer

Inzwischen hat der Konzern bestätigt, oder wie es die Applehasser formulieren „gestanden“, dass das Betriebssystem absichtlich für die Langsamkeit sorgt. Begründung: Nach 500 Ladezyklen wird auf diesen Geräten einiges bewusst langsamer, da es sonst möglich ist, dass ein iPhone von einer Sekunde auf die andere einfach ausgeht. Schon ein wenig Distanz zum allgemeinen Smartphonehype reicht aus, um festzustellen: Akkus halten grundsätzlich nicht ewig, das gilt auch für Android-Phones. Viele wissen das und lassen nach etwa zwei Jahren bzw. etwa über 500 Ladezyklen, den Akku austauschen. Diese Entscheidung geschieht meist nach Bauchgefühl. Es geht einfacher und vor allem genauer. Apps wie Geekbench oder das Desktop-Programm Coconutbattery, lesen die Daten für Akkus aus.

cocnut Battery; Foto: SWR3

Hier braucht jemand einen neuen Akku.

SWR3

Tipp: Akku austauschen

Oft ist dann plötzlich ein nur zwei Jahre altes Smartphone tatsächlich doch schon dreieineinhalb Jahre alt, und wurde schon über 700 Mal vollständig aufgeladen. Erstaunlicherweise gibt es im Zusammenhang mit iPhones nach wie vor die Ansicht, bei diesen Geräten kann der Akku gar nicht gewechselt werden. Falsch. Der Akkuwechsel kostet bei Apple 90 Euro. Plus 12,50 Euro Versand. Unabhängige Handydocs verlangen oft weniger.

Deshalb der Tipp: entweder in einen Apple-Store gehen, oder im Netz gucken welche Handywerkstatt gute Bewertungen bekommt. Diese Handywerkstätten sind auch die erste Anlaufadresse für alle Androidhandys.

Zu faul zum Akkutausch? Lieber ein neues Smartphone

Anders als bei Apple ist der Akkutausch bei den meisten Androidsmartphones nicht so bequem für den Kunden. Bequemlichkeit ist, unabhängig vom Betriebssystem, die eigentliche Ursache für Slow-Phone. Wer sich also nicht ärgern möchte, prüft deshalb spätestens zwei Jahre nach dem Kauf die „Batterie Gesundheit“ und statt sich dann gleich ein neues Smartphone zu kaufen, gibt's für den täglichen Begleiter erstmal einen neuen Akku. Wer richtig viel Spaß mit seinem Smartphone haben möchte, prüft zusätzlich noch welche Apps den meisten Strom fressen. Hier liefern die Androidbetriebssysteme so ausgeklügelte Möglichkeiten, dass Stromsparen auf dem Handy zum Hobby werden kann.

Vorsicht und Nachsicht
AccuBattery; Foto: Digibites
Digibites

Wer sich bereits einen neuen Akku angeschafft hat, der tut als User natürlich trotzdem gut daran, sich (vorsorglich) um seinen Akku zu kümmern. Das geht natürlich per App. Zum Beispiel mit der Battery Health Pro oder der AccuBattery. Beide Apps helfen den Akku zu schonen und den Verbrauch zu optimieren, damit auch der neue Akku möglichst lange hält.

Battery Health Pro; Foto: Sotofware Computers
Sotofware Computers

Außerdem bieten die beiden Apps die Möglichkeit auch den Gesundheitszustand eines gebrauchten oder bereits beschädigten Akkus zu analysieren und zu zeigen, ob der Akku vielleicht sogar ausgetauscht werden sollte.

Der Offline-Test für herausnehmbare Akkus

Schwerwiegende Schäden an eurem Akku könnt ihr mitunter aber auch so herausfinden. Wenn ihr den Akku aus dem Gerät nehmen könnt, schaut ihn euch gut an: Gibt es Verformungen oder Verfärbungen, ist bald ein neuer Akku angebracht. Außerdem könnt ihr den Dreh-Test machen um kleinere Schwellungen zu erkennen. Legt den Akku dazu auf eine glatte Oberfläche und dreht ihn. Wenn er sich wie ein Kreisel lange auf der Oberfläche dreht, kann dies ein Indiz für eine Schwellung sein. Auch dann ist der Akku nicht mehr im „Optimalzustand“.