Wer ist gerade im Urlaub und erkennt einen dieser Schwerverbrecher auf den Postkarten? Bitte melden bei Europol.

Europaweite Suche nach 21 Kriminellen mit Urlaubskarten

Europol-Postkarten; Foto: 2017 Europe's most wanted
2017 Europe's most wanted

"Komm doch mal vorbei! Wir warten auf Dich!" - mit solchen Sätzen auf bunt gestalteten Postkarten sucht Europol nach Kriminellen. Nach Leuten wie Simon, Diego oder Ivan. Insgesamt sind es 21 Namen, und zwar die der meistgesuchten Verbrechern in der Europäischen Union.

Keine Fahndung nach Deutschen

Jeder Verbrecher hat eine eigene, landestypisch gestylte Postkarte. Mit Poststempeln und allem drum und dran - je nachdem, aus welchem Land der Gesuchte kommt. So gehen Postkarten von Europol nach Spanien, Griechenland, Schweden, Österreich oder auch nach Kroatien. Und bevor ihr sucht - nein, Deutschland ist nicht dabei.

Virtuelle Aktions-Postkarten

Natürlich gehen die Postkarten nur theoretisch in all diese Länder, denn im Moment gibt es die Fahndungskarten virtuell im Internet auf der Seite von Europol. So echt sie auch aussehen, bislang sind sie nicht in Druck gegangen, liegen in keinem Souvenirshop und dienen wirklich vor allem einem Ziel: Aufmerksamkeit kriegen. Vor allem von Urlaubern.

Europol will Urlaubsfahnder motivieren

Europol-Postkarten; Foto: 2017 Europe's most wanted

Ein Klick auf die Postkarten, dann erscheint das Profil des Schwerverbrechers, nach dem Europol fahndet.

2017 Europe's most wanted

Denn die Idee von Europol ist nicht, dass die Verbrecher sich nach der Aktion tatsächlich von alleine melden und quasi auf die Postkarte antworten. Sie setzen eher auf neugierige Urlauber, die aufmerksam werden könnten und Hinweise geben. Deshalb liegt bei jeder Postkarte noch das Täterprofil mit Foto des Verbrechers.

Coole Aktion oder verharmlosend?

Während sich manche an den schön gestalteten Postkarten freuen und die kreative, lustige Fahndungsidee feiern, sind andere eher skeptisch. Verharmlosen die Postkarten vielleicht die Kriminalität? Bringt die Aktion überhaupt etwas?

Nicht neu: Es gab schon Adventskalender

So ganz neu ist die Idee nicht, Europol hat bereits im Dezember 2016 eine ähnliche Aktion gestartet. Da gab es einen Adventskalender, mit dem nach Kriminellen gesucht wurde. Dementsprechend nennen die Fahnder die aktuelle Postkarten-Aktion auch "Summercompaign" - also, immer schön angepasst an Saison und Jahreszeit. Durchaus clever!