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Zusammen, aber doch irgendwie getrennt – Fernbeziehungen sind Fluch und Segen zugleich! Psychologin Linda Mitterweger zeigt euch, worauf es in einer Fernbeziehung ankommt.

1. Etabliert Rituale!

„Rituale schaffen das Gefühl von etwas Bekanntem, von Nähe und Geborgenheit“, meint die Expertin und rät, beispielsweise den Telefonrhythmus zu ritualisieren. Oder wie wäre es mal mit einem etwas anderen Ritual: vielleicht einem gemeinsamen Abendessen?

Wenn Paare gleichzeitig an verschiedenen Orten das Gleiche essen, schafft das ein Gefühl von Verbundenheit. Sie bereiten zum Beispiel gleichzeitig das gleiche Lieblingsessen zu und skypen dann beim Essen oder denken aneinander und wissen: In diesem Moment sitzt woanders auf der Welt ein Mensch, der isst genau das Gleiche wie ich und denkt dabei auch an mich.

Linda Mitterweger

Darum sind Fernbeziehungen gar nicht so schlecht!

2. Gleicht eure Erwartungen ab!

Streitpunkt in vielen (nicht nur Fern-)Beziehungen: unterschiedliche Erwartungen! Häufig werden die Erwartungen unter der Woche so hoch gepusht, dass es ein kleiner Weltuntergang ist, wenn der Partner am Wochenende dann doch zu müde oder gestresst ist für das, was ihr euch vorgenommen hattet (auch in Sachen Sexualität). Das sorgt für unnötige Enttäuschung! Die Expertin rät daher, direkt am Anfang eures Treffens oder Telefonats Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen: Wie fühlst du dich gerade? Welche Themen beschäftigen dich? Womit kämpfst du gerade oder über was freust du dich? Zeigt echtes Interesse für den aktuellen Zustand des Anderen und denkt dran:

Es kann auch ein gutes Wochenende sein, wenn man nicht miteinander geschlafen hat.

Linda Mitterweger

3. Lebt im Hier und Jetzt!

Vor lauter Gedanken an den Partner und die Planung des gemeinsamen Wiedersehens vergessen viele schon mal den eigentlichen Alltag. Die Expertin meint: Lieber im Hier und Jetzt leben, sich entspannen und die gemeinsame Zeit nicht zu stark durchplanen – das setzt euch unnötig unter Druck. Es lebe die Spontanität! Das gelte im Übrigen auch für Telefonate: Wenn ihr ein Telefondate ausgemacht habt, euch aber nicht danach fühlt, erzwingt nichts und verschiebt es lieber.

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4. Schickt euch persönliche Nachrichten!

Als Paar in einer Fernbeziehung muss man jeden Tag telefonieren? „Stimmt nicht“, meint Linda Mitterweger:

Jedes Paar sollte selbst entscheiden, wie oft sie sich hören wollen.

Linda Mitterweger

Wie man kommuniziert, sei letztlich egal, Hauptsache man kommuniziert überhaupt. Gerade Sprachnachrichten seien aber perfekt geeignet, weil sie noch einmal mehr Nähe vermitteln als eine einfache Textnachricht: „Man hat das Gefühl, der Andere ist wirklich da, auch wenn man die Sprachnachricht erst einige Stunden später abhört.“ Die Expertin rät, auch Fotos oder mal ein kleines Video auszutauschen. Oder wie wäre es mal wieder mit einem handgeschriebenen Brief oder einem kleinen Päckchen mit persönlichen Gegenständen? „Das zeigt, dass man auch über die Distanz verbunden ist!“

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5. Sprecht auch über Geld!

Bei all dem Schönen, das eine Beziehung mit sich bringt, sollte man eins nicht vergessen: Eine Fernbeziehung kostet auch ganz schön viel Geld! Und über das Thema sollte man unbedingt reden:

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, wie der andere finanziell aufgestellt ist.

Linda Mitterweger

Wer zahlt die Fahrtkosten? 50:50? Prozentual am Gehalt orientieren? Oder der, der mehr verdient? Sprecht darüber und entscheidet euch für eine Lösung! Kleiner Tipp: Probiert es doch mal mit einer Spardose für die gemeinsame Zeit, aus der ihr die Reisekosten oder eure gemeinsamen Aktivitäten bezahlt.

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Liebe auf Distanz - Fernbeziehungen; Foto: SWR3

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