„Diese Tür muss ab 18:30 Uhr abgeschlossen werden“. Diese oder ein ähnliche Aufforderungen stehen an so mancher Haustür. Aber, muss man sich dran halten?

Einbruchs-Sicherheit oder Brandschutz, was geht vor?

Ob der Mieter die Haustür nachts tatsächlich abschließen muss, dazu steht nichts im Gesetz. Auch die Gerichte sind sich in der Frage uneinig.

Tür mit Schild: Bitte Tür nachts abschließen; Foto: SWR3
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Das Landgericht Köln meint, dass es dem Mieter zumutbar sei, die Haustür für die Nachtstunden abzuschließen. Das Landgericht Frankfurt am Main sieht das anders: Eine solche Regelung sei unzulässig. Wenn es brennt, kann die abgeschlossene Haustür schnell zur tödlichen Falle werden. Der Brandschutz gehe vor.

Ein freier Fluchtweg ist wichtig

So lange es noch kein höchstrichterliches Urteil dazu gibt, kann man nur raten: Mal auf den Vermieter zugehen und mit ihm sprechen. Denn eins ist klar, ein freier Fluchtweg ist wichtig. Dafür muss der Vermieter sorgen.

Vermieter darf nicht kündigen

Das Landgericht Trier hat übrigens gesagt, kündigen darf mir der Vermieter in der Regel nicht, wenn ich die Haustür unverschlossen lasse.

Tipp: Knaufzylinder

Wenn die Bewohner eines Mehrfamilienhauses unbedingt nachts abschließen wollen, rät SWR3-Hörer Jörg, der selbst bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden arbeitet: einen Knaufzylinder am Haustürschloss anbringen. Wenn es brennt, kann jeder die Haustür von innen recht schnell öffnen, auch ohne Schlüssel.