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Kira Urschinger
Kira Urschinger; Foto: SWR3 / Nadine Luft
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In sozialen Medien kursiert eine Warnung: Hundebesitzer sollten darauf achten, dass ihre Tiere beim Herbstspaziergang keine Walnüsse fressen. Da ist tatsächlich was dran. Und es gibt noch mehr vermeintliches Futter, von dem man vielleicht nicht ahnt, dass es für Hunde gefährlich werden kann.

Walnüsse sind nicht besonders gut für Hunde, weil sie einen hohen Phosphorgehalt haben und sehr fettreich sind. Geschält sind sie aber kein allzu großes Problem. Gefährlich ist es, wenn Hunde auf einem Herbstspaziergang Walnüsse mit der Schale fressen. Denn dort kann sich ein Schimmelpilz breitmachen, der giftig ist. Der Penicillium crustosum, so erläutert es der Faktencheck der Aufklärungsplattform Mimikama. Das ist ein blau-grüner Pinselschimmel. Schon in kleinen Mengen könne er toxisch sein für Hunde.

Vergiftung durch Walnüsse, Kastanien oder Eicheln

Die Pilze können sich nicht nur in der Schale von Walnüssen bilden, sondern auch in Kastanien oder Eicheln, die in dieser Jahreszeit am Boden liegen. Es ist also generell Vorsicht geboten.

Die Vergiftungserscheinungen durch den Schimmelpilz können sich in Zittern, Krämpfen, Erbrechen oder epileptischen Anfälle zeigen. Hundehalter sollten also lieber darauf verzichten, ihren Tieren Nüsse zum Spielen hinzuwerfen und generell darauf achten, was er im Maul hat. Hat der Hund eine Nuss verschluckt, empfiehlt sich der Weg zum Tierarzt, denn das Gift des Schimmelpilzes wirkt schnell.

Und es gibt noch weitere Dinge, bei denen man als Tierhalter nicht gleich drauf kommen mag, dass sie für den Hund schädlich sein können.

7 Lebensmittel, die Hunde auf keinen Fall fressen sollten

1. Avocados

Verschluckt ein Tier den großen Kern, besteht Erstickungsgefahr. Vor allem aber enthalten Avocados den Stoff Persin. Das ist für Menschen kein Problem, für Hunde kann es allerdings giftig sein. Die Symptome können sich beim Tier mit Herzrasen, Atemnot oder einem Wasserbauch ausdrücken. Wie schlimm die Auswirkungen auf den tierischen Organismus wirklich sind, ist unter Experten umstritten. Manche sagen, sie könnten durchaus tödlich verlaufen.

2. Zwiebeln und Knoblauch

Frische Zwiebeln und Knoblauch enthalten Stoffe, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören können. Die Folgen können unter Umständen Gelbsucht, Blut im Urin oder eine Blutbildveränderung sein. Im trockenen oder gekochten Zustand verlieren Knoblauch und Zwiebeln den giftigen Stoff – wer sicher gehen will, hält das vielleicht trotzdem besser vom Speiseplan des Hundes fern.

3. Schokolade oder Kakao

In Schokolade und Kakao ist der Stoff Theobromin enthalten. Der ist für Hunde nicht gut. Je dunkler die Schokolade und je höher der Kakaoanteil, desto größer das Risiko für den Hund. Hat ein Hund zu viel davon gefressen, kann er unter Erbrechen, Durchfall, einem erhöhten Puls, Krämpfen und Atembeschwerden leiden. Im schlimmsten Falle kann es zur Atemlähmung und Herzstillstand kommen. Tierärzte warnen davor, dass die tödlichen Folgen verzögert auch noch einige Tage später auftreten können.

4. Alkohol

Wer kennt noch den Film Beethoven, bei dem Jugendliche den Bernhardiner mit Alkohol abgefüllt haben? Geht gar nicht, ist auch nicht lustig, denn: Alkohol kann für den Hund (und auch für Katzen) tödlich sein. Die ersten Symptome sind Erbrechen, Atemnot und Krämpfe – langfristig kann der Alkohol chronische Leber- und Nierenschädigungen anrichten. Experten gehen davon aus, dass die meisten Tiere sich nicht freiwillig an Alkohol vergreifen, eine süße Weinbrandbohne oder ein Rest Eierlikör in einem Glas kann die Tiere aber durch den süßen Geruch durchaus in Versuchung führen. Bei leichten Symptomen empfehlen Mediziner, das Tier warmzuhalten und unbedingt zu beobachten. Bei schweren Symptomen ist sofort eine Tierklinik aufzusuchen.

5. Süßstoff

Wer als Hundehalter gern Süßstoff in den Tee macht, sollte darauf achten, dass er nicht in Reichweite des Hundes kommt. Denn das Xylit kann den Blutzuckerspiegel des Tiers schnell senken. Folgen können Erbrechen und Durchfall sein.

6. Milch

Hunde sind laktoseintolerant, genauso im Übrigen wie viele Katzen. Die Folgen von zu viel Milch können bei Tieren ähnlich ausfallen wie beim Menschen: Erbrechen, Blähungen, Durchfall.

7. Kaffee oder Tee

Das Koffein im Kaffee oder bei bestimmten Teesorten wirkt beim Menschen anregend. Für den Hund ist es nicht gut und kann das Nervensystem des Tiers schädigen. Hat ein Hund koffeinhaltige Getränke geschlabbert, kann es zu Erbrechen, Ruhelosigkeit und Herzrasen führen. Experten empfehlen den sofortigen Gang zum Tierarzt.

Tipps zur Ersten Hilfe beim Haustier gibt es hier.

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