Autor
Kemal Goga
Goga, Kemal; Foto: SWR3
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Glasflaschen sind wieder im Kommen. „Verbraucher legen zunehmend Wert auf Qualität, Optik und Haptik und da ist die Glasmehrwegflasche unschlagbar“, sagt Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe in Berlin. Aber was ist überhaupt der Unterschied zwischen Mehrweg- und Einweg und wie sehe ich, welche Flasche was ist?

Vielleicht ist es euch im Getränke- oder Supermarkt schon aufgefallen: Es gibt mittlerweile wieder einige Getränke mehr in Glasflaschen. Gar nicht mal so schlecht bei dem ganzen Plastikmüll, den wir da produzieren. Nicht nur Qualität und Optik sprechen für die Glasvariante, auch die ökologischen Aspekte lassen sich nicht von der Hand weisen. Glasmehrwegflaschen erleben deswegen laut Thomas Fischer gerade eine kleine Renaissance.

Das ist aber noch ein zartes Pflänzchen! Das dominierende Packmittel sind leider immer noch unökologische Plastik-Einwegflaschen.

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Wie lange dauert es eigentlich, bis eine Mehrwegflasche wieder gereinigt und befüllt ist?

Im Normalfall dauert der Kreislauf einer Mehrweg-Glasflasche 60 bis 70 Tage. Heißt: Wir trinken die Mineralwasserflasche leer, geben sie ab und nach 60-70 Tagen steht sie wieder befüllt im Verkaufsregal, so Tobias Bielenstein, Leiter der Geschäftsstelle Arbeitskreis Mehrweg. Mehrweg PET-Flaschen brauchen im Durchschnitt ein kleines bisschen länger. Etwa 70 Tage dauert es, bis sie wieder befüllt im Getränkemarkt stehen. Warum das so ist, kann keiner so genau sagen, denn es läuft genauso ab, wie bei den Glasflaschen.

Kreislauf einer Mehrwegflasche

Pfandrückgabe; Foto: dpa/picture-alliance
dpa/picture-alliance

Der Transportweg sieht dabei wie folgt aus: Von dem Markt, in dem man die Flaschen zurück gibt, geht es zum Getränkefachgroßhändler und von dort zum Mineralbrunnen. Dort steht das Leergut kurz auf dem Hof und geht dann in die Abfüllung. Anschließend geht es den gleichen Weg wieder zurück. Bei Individualflaschen kann dieser Weg durchaus auch mal hundert Tage dauern. Denn Individualflaschen können nur an einer ganz bestimmten Stelle befüllt werden. Die sogenannten Standard-Pool-Flaschen sind von der Genossenschaft Deutscher Mineralbrunnen. Individualflaschen sind bisher eher noch die Ausnahme. Im Bierbereich gibt es inzwischen mehr Individualflaschen, das heißt, Brauereien nutzen ihre eigenen Flaschen, die dann entsprechend gelabelt sind. Der Sortieraufwand ist hier höher, da nur bestimmte Abfüllstationen benutzt werden können.

Wie oft können Mehrwegflaschen befüllt werden?

Individualflaschen; Foto: dpa/picture-alliance
dpa/picture-alliance

Eine Glasmehrwegflasche kann bis zu 50 Mal befüllt werden. Dann sieht man es ihr auch an, dass sie nicht mehr die Neueste ist. „Es gibt dann einen sogenannten Abriebring“, so Bielenstein. Wenn dieser eine gewisse Breite hat, signalisiert er, dass die Flasche ausgesiebt werden muss. Eine PET-Mehrwegflasche kann bis zu 25 Mal befüllt werden. Das Neubefüllen ist natürlich sehr viel umweltschonender und ökologischer als die ständige Neuproduktion von Einwegplastikflaschen.

Das verbraucht unnötig Rohöl, schädigt das Klima und daher ist die Nutzung von Glasmehrwegflaschen gelebter Umwelt- und Klimaschutz.


Schmeckt Wasser aus Glasflaschen besser als aus Plastikflaschen?

Wassersommelier Armin Schönenberger sagt dazu: „Wasser schmeckt nach Magnesium, nach Calcium oder nach Natrium. Wasser, das aus einer Glasflasche kommt, ist ein bisschen besser zu schmecken aufgrund genau dieser minimalen Nuancen, als aus einer Plastikflasche. Die Plastikflasche atmet und lässt dadurch Kohlensäure und Sauerstoff entweichen. Das passiert in der Glasflasche ein bisschen weniger.“ Laut Schönenberger sollte man auch die Regionalität nicht außer Acht lassen:

Bei so vielen Mineralbrunnen in Deutschland halte ich es für einen ökologischen Schwachsinn ein Wasser 1200 km über die Alpen nach Deutschland kommen zu lassen!

Mehr dazu bei der Deutschen Umwelthilfe: Einweg versus Mehrweg!

Warum Leitungswasser nicht schlechter ist als Mineralwasser

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Kemal Goga
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Mirja Raff